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Handbuch






Surge 1.9 Benutzer*innen Handbuch


Inhaltsverzeichnis





Einstieg

Vielen Dank, dass Sie Surge benutzen!

Surge ist ein virtueller Synthesizer, der im September 2018 vom Autor Claes Johanson in OpenSource überführt wurde und seitdem von einer Gruppe von Freiwilligen weiterentwickelt wird.

Dieser erste Abschnitt soll Ihnen einen kurzen Überblick über einige, für diesen Synthesizer spezifischen Konzepte vermitteln, sowie eine Einführung über Navigation, Manipulation und die Nutzung von Surge in vollem Umfang.

Ausführliche Informationen zur Synthese-Engine und anderen weiterführenden technischen Daten, Spezifikationen und Optionen dieses Synthesizers gibt es in einem zweiten Abschnitt, der der technischen Referenz gewidmet ist.

Schließlich können Sie für weitere Tipps und Tricks, Tutorials und zum Herunterladen zusätzlicher Inhalte auch einen Blick auf Surges Wiki werfen.



Installation von Surge

Audio Units, AU ist ein Warenzeichen von Apple Computer, Inc.
VST ist ein Warenzeichen der Steinberg Media Technologies GmbH

Das Installationsprogramm von Surge ist unter https://surge-synthesizer.github.io verfügbar.

Windows

Für die Windows-Plattform wird Surge sowohl als 32- als auch als 64-Bit VST3-Plug-In-Instrument ausgeliefert.

Der Dateiname für VST3 ist Surge.vst3.

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 7 oder neuer
  • Eine einigermaßen schnelle CPU (Pentium 4/Athlon 64 oder höher)
  • Mindestens 4 GB RAM
  • VST-kompatible Host-Anwendung

Um die 64-Bit-Version unter Windows zu verwenden, benötigen Sie außerdem Folgendes:

  • Eine CPU, die den x64 (AMD64/EM64T) Befehlssatz unterstützt
  • Eine 64-Bit-Version von Windows
  • Eine Anwendung, die 64-Bit-VST-Plug-Ins hosten kann

Die VST3-Version des Plug-Ins sollte automatisch im Standardverzeichnis für VST3-Plug-Ins installiert werden und von Ihrer Host-Anwendung gefunden werden. Die Windows-Version verfügt jedoch auch über einen portablen Modus:

  • Der portable Modus ermöglicht es Ihnen, Assets im gleichen Verzeichnis wie Surge.vst3 zu speichern.
  • Wenn Surge.vst3 in einem Ordner installiert ist und sich in demselben Ordner ein Verzeichnis namens SurgeData befindet, wird Surge dieses für die Werksdaten verwenden und nicht %PROGRAMDATA%\Surge.
  • Wenn sich in demselben Ordner ein Verzeichnis namens SurgeUserData befindet, wird Surge dieses für Benutzerdaten verwenden und nicht %DOCUMENTS%\Surge.
  • Es können entweder keiner, einer oder beide dieser Ordner vorhanden sein. Surge wird auf Standardeinstellungen zurückgesetzt, wenn sie nicht vorhanden sind. Sie können Ihre Dateipfade immer im about screen sehen.


macOS

Auf dem Mac wird Surge als 64-Bit-Plug-in-Instrument geliefert, sowohl für Audio Unit (AU) als auch für die VST-Plug-in-Schnittstelle (VST3).

Systemvoraussetzungen:

  • Mac OS X 10.11 oder neuer
  • Eine 64-Bit-Intel-CPU
  • Mindestens 4 GB RAM
  • 64-Bit-AU- oder VST-kompatible Host-Anwendung

Führen Sie zum Installieren das Paketinstallationsprogramm aus. Sie haben hiermit die Möglichkeit AU Surge.component und VST3 Surge.vst3 automatisch an ihren richtigen Positionen zu installieren. Die werkseitigen Voreinstellungen und Wavetables werden ebenfalls automatisch installiert.

Das Ausführen des Installationspakets installiert Surge für alle Benutzer*innen Ihres Mac.


Linux

Unter Linux wird Surge als 64-Bit VST3 ausgeliefert.

Die Systemvoraussetzungen sind schwer zu bestimmen, da es viele verschiedene Distributionen und weitere Faktoren gibt die hier eine Rolle spielen. Die folgenden Informationen sind jedoch möglicherweise gut zu wissen:

  • Das Installationspaket auf der Surge-Webseite liegt in Form eines Debian-Pakets vor
  • Das Distributionspaket basiert auf Ubuntu 16.04
  • Die benötigten Pakete sind im Quelltext und in der deb-Datei aufgeführt

Hinweis: Einige Aktionen in Surge werden mit Alt + Ziehen oder Scrollrad ausgeführt. Auf bestimmten Linux-Distributionen, können diese Shortcuts und Gesten zu Konflikten zwischen Surge und der Desktop-Umgebung führen. Wir haben entschieden, dass wir alt-drag nicht für alle Plattformen aufgeben können, nur weil ein Fenstermanager in einer Distribution es standardmäßig verwendet. Deshalb ist es oft möglich, diese globale Geste in Desktop-Umgebungen zu deaktivieren, was der einfachste Weg wäre, dieses mögliche Problem zu lösen.



Vom Quellcode kompilieren

Wenn Sie Surge aus dem Quellcode erstellen möchten, lesen Sie die Anweisungen in unserer Github-Repository.



Dateipfade

Windows

Die Preset-Library und die Wavetables befinden sich unter C:ProgramData\Surge. Die Benutzer-Presets befinden sich unter C:\Benutzer\Ihr Benutzername\Eigene Dateien\Surge.

macOS

Die Preset-Library und die Wavetables befinden sich unter /Library/Application Support/Surge. Die Benutzervoreinstellungen befinden sich unter ~/Documents/Surge.

Linux

Das Plugin selbst, die Preset-Library und die Wavetables befinden sich bei einer Standardinstallation unter /usr/share/Surge. Die Benutzervoreinstellungen befinden sich unter ~/Documents/Surge.


Hinweis: Diese Orte können im Menü von Surge geändert werden (siehe Daten und Patches).



Einführung in die Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche von Surge ist in vier Hauptbereiche unterteilt:

  • Patch/Global
  • Scene-Controls
  • Modulation/Routing
  • FX

Wenn Sie sich diese Struktur vor Augen halten, wird es Ihnen leichter fallen, das Layout zu verstehen.

Abbildung 1: Die vier Abschnitte der Benutzeroberfläche, in die Surge unterteilt ist

Die vier Abschnitte der Benutzeroberfläche, in die Surge unterteilt ist.


Das “Scene”-Konzept

Jedes Patch in Surge enthält zwei Szenen (A & B) und eine Effekt-Sektion. Beide Szenen und alle Effekteinstellungen werden in jedem Patch gespeichert. Eine Szene ähnelt einem traditionellen Synthesizer-Patch, da es alle Informationen speichert, die zur Synthese einer Stimme verwendet werden. Da es in jedem Patch zwei Scenes gibt, ist es möglich, gelayerte oder Split-Sounds in einem einzigen Patch zu speichern. (siehe Scene Select und Scene Mode).

Abbildung 2: Beide Szenen und alle Effekteinstellungen werden in jedem Patch gespeichert


Audio-Ausgänge

Geladen in eine DAW, verfügt jede Instanz von Surge über 3 Audioausgänge:

  • Stereo Out
  • Scene A Out
  • Scene B Out

In einigen Hosts, wie z.B. FL Studio, deaktiviert Surge die einzelnen Szenenausgänge aufgrund eines Konflikts mit der Audio-Routing-Architektur der DAW. Um diese zusätzlichen Ausgänge in solchen Fällen zu aktivieren, siehe diese Option im Surge-Menü.


Slider und Bedienelemente

Das häufigste Bedienelement der Benutzeroberfläche in Surge ist der Slider. Dieser existiert sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Ausrichtung, ihre Funktionalität ist ansonsten identisch.

Slider werden immer gezogen, es gibt keinen Sprung, wenn Sie auf den Regelweg statt auf den Slider-Kopf klicken, sondern wechselt in den Zieh-Modus.

Slider-Interaktionen:

  • Ziehen mit der linken Maustaste - Slider ziehen
  • Shift + Ziehen mit der linken Maustaste - Slider ziehen (fein)
  • Strg/Cmd + Ziehen mit der linken Maustaste - Slider ziehen (quantisierte Schritte)
  • Alt + Ziehen mit der linken Maustaste - Slider im elastischen Modus ziehen (schnappt beim Loslassen in die Ausgangsposition zurück)
  • Scroll-Rad - Slider verschieben
  • Shift + Scrollrad - Slider verschieben (fein)
  • Doppelklick mit der linken Maustaste - Parameter auf Standardwert zurücksetzen
  • Rechtsklick - Kontextmenü

Neben den Slidern werden einige der Parameter in Surge auch als Zahlen- und Wertefelder, Schaltflächen und Schaltflächenreihen dargestellt.


Parameter Kontextmenü

Das Kontextmenü eines jeden Parameters kann mit einem Rechtsklick aufgerufen werden. Dieses Menü hat zahlreiche nützliche Funktionen:

Abbildung 5: Slider-Kontextmenü

Name und kontextabhängige Hilfe

Durch Anklicken des ersten Menüpunktes wird in diesem Benutzer*innen Handbuch der entsprechende Abschnitt zur Erklärung des betreffenden Parameters geöffnet.

Edit Value

Diese Option ermöglicht es Ihnen, den gewünschten Wert eines Parameters einzugeben. Sobald das Werte-Popup erscheint, ist der Text bereits hervorgehoben, und Sie können sofort mit der Eingabe des Wertes beginnen. Wenn Sie fertig sind, drücken Sie einfach die Eingabetaste, um die Änderung zu bestätigen. Um dieses Popup abzubrechen und zu schließen, drücken Sie die Escape-Taste oder bewegen Sie einen anderen Parameter.

Für diskrete Parameter (z.B. Unison-Stimmen oder eine Tastenreihe) werden anstelle eines Eingabefelds alle möglichen Werte direkt im Menü angezeigt, so dass direkt auf sie zugegriffen werden kann.

Wenn ein Steuerelement moduliert wird, gibt es für jede Modulationsquelle auch Eingabemöglichkeiten für die Stärke der Modulation. Der eingegebene Wert entspricht der Position des Modulationsreglers (blauer Slider) für diese Modulationsquelle (siehe Routing für weitere Informationen).

Beachten Sie, dass in beiden Fällen die tatsächliche Einheit des Parameters nicht eingetippt werden muss.

Extend Range

Bei einigen Parametern kann der Bereich erweitert werden. Die Option Extend range erscheint im Kontextmenü wenn zutreffend. Pitch ist zum Beispiel einer dieser Parameter.

Tempo Sync

Einige Parameter können mit dem Host-Tempo synchronisiert werden. Die Option Tempo-Sync erscheint in diesem Fall im Kontextmenü, wenn zutreffend.

Sobald sie temposynchronisiert sind, zeigen die Slider bei Verwendung des Surge Classic-Skins ein “TS”-Symbol auf ihren Kappen an, um diesen Zustand anzuzeigen, etwa so:

Diese Anzeige kann je nach verwendetem Skin variieren.

Activate / Deactivate

Einige Parameter können aktiviert oder deaktiviert werden. Wenn ein Slider transparent erscheint oder die Faderkappe fehlt, kann das in manchen Fällen daran liegen, dass der Parameter deaktiviert ist. Verwenden Sie zum Umschalten einfach diese Option.

Assign parameter to…

Mit dieser Option können Sie den mit der rechten Maustaste angeklickten Parameter einem beliebigen MIDI-CC zuweisen.

MIDI-Learn-Parameter…

Hier weisen Sie dem gewünschten Slider einen MIDI-Controller zu. Um das MIDI-Lernen für diesen Parameter abzubrechen, klicken Sie einfach erneut mit der rechten Maustaste und die Option wird nun zu Abort Parameter MIDI Learn.

Clear learned MIDI (…)

Diese Option ist verfügbar, wenn der ausgewählte Parameter bereits MIDI-gelernt wurde. Sie ermöglicht es Ihnen, diese Verknüpfung zu löschen (die bestehende verknüpfte MIDI CC-Nummer wird in Klammern angezeigt).

Add modulation from…

Dieser Menüeintrag ermöglicht es, den mit der rechten Maustaste angeklickten Parameter direkt mit einer beliebigen Modulationsquelle in Surge zu modulieren. Sobald eine Quelle ausgewählt ist, erscheint ein Pop-up-Fenster, in dem Sie den gewünschten Modulationsgrad dieser Quelle eingeben können.

Clear Modulation

Dieses Menü enthält auch eine leicht zugängliche Option, um alle Modulationsroutings zu einem modulierten Slider zu löschen (diejenigen mit einem blauen Farbton) (siehe Routing).

VST3 Options

Schließlich unterstützt die VST3-Version von Surge auch VST3-Kontextmenüeinträge. Abhängig vom Host, kann es mehr oder weniger Optionen bezüglich Automation, MIDI oder Parameterwerten geben.





Patch/Globaler Bereich



Scene Select und Scene Mode

Es gibt zwei Setups aller Bedienelemente innerhalb des Szenenbereichs der Benutzeroberfläche. Die Scene Select-Schaltflächen [A|B] bestimmen, welche Szene zur Bearbeitung ausgewählt ist. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf diese Schaltflächen klicken, wird ein Kontextmenü angezeigt, mit dem Sie Szeneninhalte kopieren/einfügen können.

Abhängig vom Scene Mode können diese beiden Schaltflächen auch dazu verwendet werden, auszuwählen, welche Szene gespielt werden soll. Ob eine Szene beim Drücken einer Taste eine Stimme erzeugt, wird nämlich durch die Einstellung Scene Mode bestimmt:

  • Single - Noten werden nur von der ausgewählten Szene gespielt.
  • Key Split - Noten unterhalb des split keys werden von Szene A gespielt, Noten oberhalb und einschließlich des split keys von Szene B.
  • Channel Split - Noten von MIDI-Kanälen unterhalb des split MIDI channels werden von Szene A gespielt, Noten von MIDI-Kanälen oberhalb und einschließlich des split MIDI channels werden von Szene B gespielt.
  • Dual - Beide Szenen spielen alle Noten.

Sowohl im Key Split- als auch im Dual-Modus unterstützt das System, wenn MPE deaktiviert ist, auch ein MIDI-Kanal-Routing, bei dem Kanal 2 nur von Szene A und Kanal 3 nur von Szene B gespielt wird. MIDI-Kanal 1 und alle anderen Kanäle höher als 3 spielen im Split/Dual-Modus.

Poly zeigt die Anzahl der aktuell gespielten Stimmen an und ermöglicht Ihnen eine Obergrenze für die Anzahl der gleichzeitig spielenden Stimmen festzulegen indem Sie den Wert horizontal ziehen. Der Voice-Limiter schaltet überzählige Stimmen sanft ab, um hörbare Artefakte zu vermeiden, daher ist es nicht ungewöhnlich, dass die Anzahl der Stimmen den Grenzwert übersteigen.


Patch-Browser

Abbildung 3: Der Patch-Browser

Durch Presets navigieren

Das Finden von Sounds in Surge ist einfach: Drücken Sie einfach die Pfeiltasten bis Sie etwas finden, das Ihnen gefällt. Wenn Sie mit der linken Maustaste auf das Patch-Namen Feld (irgendwo im weißen Bereich) klicken, wird ein Menü mit allen verfügbaren Patches, geordnet nach Kategorien angezeigt. Wenn Sie mit der rechten Maustaste klicken, wird ein Menü angezeigt, das nur die Patches der aktuellen Kategorie enthält.

Diese Kategorien sind ebenfalls in drei Bereiche unterteilt, je nachdem, wer sie erstellt hat:

  • Factory Patches - Patches, die von den Surge-Autor*innen selbst erstellt wurden.

  • 3rd Party Patches - Patches, die von Benutzer*innen und Drittparteien erstellt wurden. Nach Ersteller*innen kategorisiert.

  • User Patches - Hier werden Ihre eigenen Patches gespeichert. Wie Sie sie kategorisieren liegt ganz bei Ihnen.

Schließlich gibt es unten eine Option zum Download zusätzlicher Inhalte.

Sie können Patches (.fxp) auch direkt laden, indem Sie sie irgendwo über die Surge-Oberfläche ziehen und ablegen.


Der Store Dialog

Ein Klick auf den Store-Button des Patch-Browsers öffnet den Speicherdialog. Hier benennen Sie Ihren neuen Patch und wählen, in welche Kategorie er gehören soll. Sie können hier auch manuell eine neue Kategorie erstellen. Die Patches, die Sie speichern, landen im User-Bereich im unteren Teil des Patch-Menüs. Der Speicherdialog bietet auch Textfelder für den Namen des Patch-Erstellers und Kommentare.

Hinweis: Kommentare werden derzeit nicht in der Haupt-GUI angezeigt.


Statusbereich

Dieser Bereich ist als Schnellzugriff auf einige der Funktionen von Surge gedacht, die auch im Menü vorhanden sind. (siehe Menü-Schaltfläche)

Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine dieser Schaltflächen klicken, werden weitere Optionen angezeigt, die auch in Untermenüs unter der Menü-Schaltfläche zu finden sind.

Wenn Sie z.B. das erste Mal auf die Schaltfläche Tune klicken und keine benutzerdefinierte Stimmung geladen ist, wird das gleiche Menü geöffnet wie wenn Sie mit der rechten Maustaste auf diese Schaltfläche geklickt hätten. Sobald jedoch eine benutzerdefinierte Stimmung geladen ist, können Sie mit einem Linksklick auf diese Taste die geladene Stimmung ein- oder ausschalten.

Alternativ können .scl- und .kbm-Dateien auch an eine beliebige Stelle auf der Benutzeroberfläche gezogen und dort abgelegt werden, um eine eigene Stimmung zu importieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Microtonal Tuning im Abschnitt “Technische Referenz”.


FX-Bypass, Character und Global Volume

Mit FX-Bypass können Sie hören, wie ein Patch ohne die Effektgeräte klingt. (siehe FX-Sektion)

  • Off - Bypass ist deaktiviert, alle Effekte sind aktiv.
  • Send - Die Send-Effekte werden umgangen.
  • Send + Global - Die Send- und Global-Effekte werden umgangen.
  • All - Alle Effekte werden umgangen.

Character steuert den Anteil der hohen Frequenzen in den meisten Oszillator-Algorithmen von Surge. Die Auswahlmöglichkeiten sind Warm, Neutral und Bright.

Global Volume steuert die letzte Verstärkungsstufe vor dem Ausgang. Das VU-Meter darüber zeigt den Ausgangspegel an und wird rot, wenn er über 0 dBFS liegt. Sie können wählen, ob der globale Ausgang entweder bei +18 dBFS (Standard) oder 0 dBFS abschneidet.

Der Zustand dieser beiden Einstellungen wird nicht mit den Patches gespeichert. Sie werden jedoch von der Host-Anwendung in Ihren Projektdateien gespeichert.





Scene Controls Sektion

Die UI der Szenensektion lässt sich ebenfalls in zwei weitere Teile unterteilen:

  • Klangerzeugung
  • Klangformung

Im Bereich Sound-Generation wird der Klang erzeugt und gemischt. Danach durchläuft er den Bereich des Sound-Shaping.


Sound-Generation

Hier wird der Klang geboren. Die Oszillatoren erzeugen Wellenformen entsprechend der gespielten Noten. Diese werden dann im Mixer summiert.


Oszillatoren

1/2/3-Buttons - Wählt den aktiven Oszillator zur Bearbeitung aus. Sie können mit der rechten Maustaste auf einen von ihnen klicken und ein Kontextmenü mit den Optionen Copy und Copy (with modulation) wird eingeblendet.

Display - Zeigt die aktive Wellenform an. Wenn der Oszillator Wavetable oder Window verwendet wird, funktioniert er auch als Wavetable-Selektor, indem Sie auf den orangefarbenen Balken oder auf die Pfeile drücken um sie zu durchlaufen.

Type - Oszillatortyp. Wählt aus, welcher Algorithmus für den Oszillator verwendet wird. Verfügbare Optionen sind:

  • Classic
  • Modern
  • Wavetable
  • Window
  • Sine
  • FM2
  • FM3
  • String
  • Twist
  • Alias
  • S&H Noise
  • Audio Input.

Weitere Informationen finden Sie unter Oszillator-Algorithmen im Abschnitt “Technische Referenz”.

Pitch & Octave - Steuert die Tonhöhe für diesen bestimmten Oszillator. Sein Kontextmenü kann verwendet werden, um den Bereich zu erweitern oder die Tonhöhe auf den Modus Absolute zu setzen, wodurch die Tonhöhe in absoluter Frequenz statt relativ zur gespielten Note verschoben wird.

Keytrack - Wenn diese Funktion deaktiviert ist, spielt der Oszillator die gleiche Tonhöhe unabhängig von der gedrückten Taste. Diese Schaltfläche kann mit der rechten Maustaste angeklickt werden, um ihren Zustand für alle Oszillatoren in der Szene umzuschalten.

Retrigger - Wenn aktiviert, starten der Oszillator und alle seine Unison-Stimmen immer sofort an der gleichen Phasenposition. Dies ist nützlich für bissige Sounds, bei denen Sie wollen, dass der Attack bei jeder Note genau gleich klingen soll. Dieser Schalter kann mit der rechten Maustaste angeklickt werden, um seinen Zustand für alle Oszillatoren in der Szene zu festzulegen.

Other - Die restlichen Slider des Oszillator-Editors sind spezifisch für jeden Oszillator-Typ. Weitere Informationen finden Sie unter Oszillator-Algorithmen im Abschnitt “Technische Referenz”.


Mixer

Mixer-Kanäle

Ohne den Vorfilter Gain (Slider auf der rechten Seite) hat der Mixer 6 Kanäle (Quellen) von links nach rechts:

  • Oszillatoren 1, 2, 3

  • Ringmodulation von 1x2, 2x3 - Die Quelle dieser beiden Kanäle ist digitale Ringmodulation von den Oszillatoren. Diese Art der RM unterscheidet sich ein wenig von der traditionellen Ringmodulation im Stil eines Trägermodulators. Die digitale Ringmodulation ist einfach das Ergebnis der Multiplikation des Ausgangs von Oszillator 1 und 2, oder 2 und 3.
  • Noise-Oszillator

Kanalparameter

Jeder Kanal hat die folgenden Bedienelemente:

  • M - Mute. Sie können entweder mehrere Kanäle gleichzeitig stumm schalten oder, mit Strg/Cmd + Linksklick auf den entsprechenden Mute Button, einen einzelnen Kanal exklusiv.

  • S - Solo (spielt nur Kanäle ab, bei denen Solo aktiv ist). Sie können mehrere Kanäle gleichzeitig auf Solo schalten, oder jeweils nur einen Kanal, indem Sie Strg / Cmd gedrückt halten und auf den gewünschten Solo-Schalter klicken.

  • Triple Orange Box (Filter-Routing) - Wählt aus, zu welchem Filter der Kanal geroutet wird. In der linken Position wird der Kanalausgang zu Filter 1 geleitet, in der rechten Position zu Filter 2, während die mittlere Position, die standardmäßig ausgewählt ist, ihn zu beiden leitet . Diese Einstellung leitet den Kanalausgang jedoch nur zu Filter 1, wenn eine serielle Filterblockkonfiguration verwendet wird, da das Audio dann ohnehin durch den zweiten Filter im Filterblock geleitet wird. Wenn eine andere Konfiguration als die serielle verwendet wird, wird das Audio wie erwartet durch beide Filter geleitet.

  • Slider - Verstärkungsregler für jeden Eingang.


Andere Klangerzeugungsparameter

Pitch & Octave - Steuert die Tonhöhe für die gesamte Szene. Beeinflusst das Filter-Keytracking und die Keytrack-Modulationsquelle aus. Der Bereich des Sliders kann über das Kontextmenü erweitert werden.

Portamento - Portamento ist ein gleitender Tonhöhenübergang zweier nacheinander ǵespielten Noten. Diese Einstellung bestimmt die Länge des Übergangs. Eine Einstellung auf 0 deaktiviert Portamento. Für diesen Parameter kann Tempo Sync aktiviert werden.

Portamento hat einige interessante Optionen, die über das Kontextmenü zugänglich sind:

  • Constant rate - Wenn diese Option aktiviert ist, wird die Zeit, um eine Oktave abzudecken, durch den Portamento-Sliderwert definiert. Von da an dauert das Gleiten zwischen 2 Oktaven zum Beispiel doppelt so lange, und so weiter. In der Voreinstellung ist diese Option deaktiviert, so dass die Gleitgeschwindigkeit proportional zum Abstand zwischen den beiden Tasten ist und das Gleiten zwischen zwei beliebigen Tasten immer die gleiche Zeit benötigt.
  • Glissando - Wenn diese Option aktiviert ist, wird das Tonhöhengleiten auf die Skalengrade quantisiert.
  • Retrigger at scale degrees - Wenn diese Option aktiviert ist, werden die FEG und AEG (siehe Hüllkurven-Generatoren) jedes Mal ausgelöst, wenn der Portamento Slider einen Skalengrad durchkreuzt.
  • Curve options - Sie können zwischen einer logarithmischen, linearen oder exponentiellen Portamento-Kurve wählen. In der Voreinstellung folgt der Portamento-Slide einer linearen Kurve.

Osc Drift - Wendet eine kleine Instabilität auf die Tonhöhe aller Oszillatoren an, wodurch sie leicht verstimmt werden. Obwohl der Parameter gemeinsam genutzt wird, ist die Zufälligkeit des Instabilitätseffekts für alle Oszillatoren und alle Unison-Stimmen eines jeden Oszillators unabhängig. Mit einem Rechtsklick auf dieses Steuerelement können Sie entscheiden, ob Sie direkt am Anfang der Note noch Zufälligkeiten auf die Tonhöhe anwenden, indem Sie die Option Randomize initial drift phase aktivieren.

Noise Color - Beeinflusst das Frequenzspektrum des Rauschgenerators. Die mittlere Position ergibt ein weißes Rauschen. Wenn Sie den Slider nach links bewegen, werden tiefe Frequenzen betont, nach rechts werden hohe Frequenzen betont.

Bend Depth - Pitch Bend Depth Up/Down. Steuert den Bereich des Pitch-Bend-Rads in Halbtönen.

Play Mode - Wählt aus, wie mehrere Noten behandelt werden. Poly erlaubt das gleichzeitige Spielen mehrerer Noten, während Mono nur die letzte Note spielen lässt. Latch spielt kontinuierlich die zuletzt gespielte Note (Mono).

Mono hat zwei mögliche Modifikatoren:

  • Single Trigger EG (ST) bedeutet, dass die beiden Hüllkurvengeneratoren nicht neu gestartet werden, wenn sie zwischen zwei Noten gleiten (zwei Noten, die sich zeitlich überschneiden)
  • Fingered Portamento (FP) bedeutet, dass das Portamento nur beim Gleiten zwischen zwei Noten angewendet wird und nicht, wenn zwischen den gespielten Noten ein zeitlicher Abstand liegt.

Wenn Play Mode auf einen der Mono-Modi eingestellt ist, zeigt das Kontextmenü der betreffenden Tastenliste zusätzliche Optionen, die sich auf die Mono-Notenpriorität beziehen:

  • Last note priority - Spielt die letzte Note, wenn mehrere Noten zusammen gespielt werden
  • High note priority - Spielt die höchste Note, wenn mehrere Noten zusammen gespielt werden
  • Low note priority - Spielt die niedrigste Note, wenn mehrere Noten zusammen gespielt werden
  • Legacy note priority - Wenn mehrere Noten zusammen gespielt werden, wird die jüngste Note gespielt, sobald sie angeschlagen wird und nach dem Loslassen die höchste verbleibende Note.

  • Sustain-Pedal im Mono-Modus
    • Sustain pedal holds all notes (no note off retrigger) - Wenn Sustain aktiviert ist und mehrere Noten angeschlagen und dann nacheinander gehalten werden, bleibt Surge beim Loslassen der letzten Note auf der zuletzt angeschlagenen Note, anstatt auf die vorherige Note zu wechseln.
    • Sustain pedal allows note off retrigger - Wenn Sustain aktiviert ist und mehrere Noten angeschlagen und dann nacheinander gehalten werden, schaltet Surge beim Loslassen der letzten Note auf die vorherige Note um.



Klangformung


Filter Einstellungen

Filter Block Configuration - Wählt aus, wie die Filter, der Waveshaper und die Verstärkungsstufe miteinander verbunden sind. Beachten Sie, dass nur die Konfigurationen Stereo und Wide ein Stereosignal ausgeben.

Feedback - Bestimmt den Anteil (und die Polarität) des Ausgangssignals, der in den Eingang des Filterblocks zurückgeführt wird. Es hat keine Auswirkung bei Verwendung der Filterblock-Konfiguration Serial 1 (die dadurch eine geringere CPU-Last hat).

Anmerkung: Seien Sie vorsichtig mit der Abhörlautstärke, wenn Sie Feedback verwenden. Es ist leicht möglich aus Versehen sehr laute, hohe Sounds zu erzeugen, wenn Sie nicht damit vertraut sind, wie der Synthesizer auf Rückkopplungen reagiert.

Lassen Sie sich davon aber nicht abschrecken. Es gibt viel zu gewinnen bei richtigem und kreativem Einsatz von Feedback. Ändern Sie den Charakter von Filtern, lassen Sie Filter miteinander interagieren,erstellen Sie einfache physikalische Modelle, Sounds die kurz davor sind, auseinander zu brechen. Es sind diese Dinge, die Surge wirklich zu etwas Besonderem machen.

Filter Balance - Steuert, wie die beiden Filter gemischt werden. Das Verhalten hängt von der Konfiguration des Filterblocks ab.

Type - Wählt den Typ des Filters aus. Es sind zahlreiche Typen verfügbar.

Subtype - Wählt Variationen des jeweiligen Filtertyps aus. Der Unterschied kann von subtil bis radikal variieren, je nachdem, wie der Filter verwendet wird. Siehe Filteralgorithmen im Abschnitt “Technische Referenz” für Informationen zu den Untertypen der einzelnen Filtertypen. Sie werden als Zahl neben dem Filtertyp angezeigt (sofern verfügbar).

Cutoff - Steuert die Grenzfrequenz des Filters. Wenn Sie die Einstellung vornehmen, zeigt der Tooltip nicht nur die Frequenz in Hz, sondern auch den ungefähren MIDI-Notenwert an, Dies ist sehr nützlich, wenn Sie den Filter für melodische Zwecke und zum Stimmen verwenden. Sie können auch mit der rechten Maustaste auf diesen Regler klicken und die Option Reset cutoff to keytrack root wählen, was das Stimmen von Filtern sehr einfach macht wenn Sie Filter-Keytracking verwenden. Schließlich kann die Option Apply SCL/KBM tuning to filter cutoff gewählt werden, wenn die Option Apply tuning after modulation im Tuning-Menu aktiviert ist. (Siehe diesen Abschnitt in der technischen Referenz für weitere Informationen).

Resonance - Steuert die Stärke der Resonanz des Filters.

Filter 2 Offset-Taste (kleine “+”-Taste rechts neben den Filterparametern) - Wenn aktiviert, wird die Grenzfrequenz relativ zu Filter 1 eingestellt. Dies schließt alle Modulationen ein (einschließlich der fest verdrahteten FEG-Tiefe & Keytracking). Der Slider für die Cutoff-Frequenz von Filter 2 wird zu einer Offset-Einstellung relativ zur Cutoff-Frequenz von Filter 1.

Resonance Link Button (kleine Taste, nur Filter 2) - Lässt den Slider der Einstellung des Resonanzreglers von Filter 1 folgen.

Keytrack > F1/F2 - Steuert, wie stark die Tonhöhe einer Note die Grenzfrequenz des Filters beeinflusst. Eine Einstellung von 100 % bedeutet, dass die Filter Frequenz harmonisch der Tonhöhe folgen wird.


Envelope Generators

Es gibt zwei Hüllkurvengeneratoren, die mit dem Filterblock verbunden sind.

Auf der linken Seite befindet sich der Filter-Envelope-Generator (Filter EG). Er ist fest mit den beiden Filtern verdrahtet, deren Tiefe mit den Slidern >F1 und >F2 eingestellt wird.

Auf der rechten Seite befindet sich der Amplitude-Envelope-Generator (Amp EG). Dieser ist fest mit der Gain stufe des Filterblocks verbunden.


Abbildung 10: ADSR-Hüllkurvenstruktur

Die ADSR-Hüllkurvenstruktur

Die Hüllkurvengeneratoren sind vom 4-stufigen ADSR-Typ. Dies ist die häufigste Form von EG, die in Synthesizern verwendet wird, und ist nach ihren vier Stufen Attack, Decay, Sustain und Release benannt. Wenn Sie neu in der Synthesizer-Programmierung sind, sollte Ihnen die Abbildung einen guten Eindruck vermitteln, wie sie funktionieren. Was Sie sich merken müssen, ist, dass, nachdem die Hüllkurve die Attack- und Decay-Phasen durchlaufen hat, bleibt sie solange in der Sustain Phase, bis die Taste losgelassen wird.

Attack, Decay und Release sind zeitbasierte Parameter und können mit einem Rechtsklick auf einen der Slider temposynchronisiert werden. Sie finden auch eine Option, mit der Sie diese drei Regler für jeden Hüllkurvengenerator gleichzeitig temposynchronisieren können.

Über den Reglern der Hüllkurvenstufe befindet sich eine grafische Darstellung der ADSR-Struktur.

Wenn der Hüllkurvenmodus auf Digital eingestellt ist, gibt es kleine einstellbare orangefarbene Felder in der Grafik. Wenn Sie diese horizontal ziehen, können Sie die Krümmung der verschiedenen Stufen der Hüllkurve einstellen.

Wenn der Hüllkurvenmodus auf Analog gesetzt ist, wird die Krümmung der verschiedenen Stufen automatisch auf eine Form eingestellt, die versucht, analoges Verhalten zu emulieren.


Andere Parameter zur Klangformung

Keytrack root note - Stellt den Grundton des Filter-Keytrackings und die Keytrack-Modulationsquelle ein. Bei der Grundtonart hat die Keytrack-Modulationsquelle den Wert Null. Oberhalb/unterhalb davon hat sie eine positive/negative Modulation in Abhängigkeit vom Abstand zum Grundton in Oktaven. Dieser Parameter hat keinen Einfluss auf die Oszillator-Tonhöhe.

Keytrack amount sliders - Bestimmt den Anteil des Filter-Keytrackings, der auf jeden Filter angewendet wird.

HP - Steuert den Szenen-Hochpassfilter (Szenenparameter). Dieser Parameter kann deaktiviert werden, wodurch er aus dem Audiopfad entfernt wird.

FM configuration - Legt fest, wie Oszillator FM (Frequenzmodulation) geroutet wird.

FM depth - Bestimmt die Tiefe der Oszillator-FM.

Waveshaper type - Wählt den Typ des nichtlinearen Wave-Shaping-Elements.

Waveshaper drive - Stellt die Stärke der Ansteuerung des Waveshapers ein. Dieser Regler kann erweitert werden.

Amp Vel. - Legt fest, wie Amp Gain mit der Anschlagsstärke skaliert. Dies ist in der maximalen Position neutral. Andere Einstellungen sorgen für eine Dämpfung bei niedrigeren Anschlagsstärken, so dass diese Einstellung den Parameter Amp Gain nie durch die Anschlagstärke erhöht.

Amp Gain - Steuert das Verstärkungselement innerhalb des Filterblocks.


Scene Output

Die Ausgangsstufe befindet sich im Audiopfad hinter dem Filterblock. Da sie außerhalb der Filterblock-Struktur liegt, hat eine Änderung der Verstärkung hier keinen Einfluss auf die Klangfarbe der Stimme (im Gegensatz zum vorherigen Gain-Regler, der die Wirkung von Feedback und des Waveshapings beeinflussen kann), kann aber dennoch die Klangfarbe der Effektsektion verändern, wenn nicht-lineare Effekte (wie Verzerrung) angewendet werden.

Volume - Lautstärkeregler für die Szene. Sie können wählen, ob der Szenenausgang bei +18 dBFS (Voreinstellung) oder 0 dBFS hart geclippt werden soll oder das Hard Clipping deaktiviert wird, indem Sie mit der rechten Maustaste auf diesen Regler klicken und die gewünschte Option wählen.

Pan - Pan/Balance-Regler

Width - Der Betrag der Stereospreizung (nur vorhanden für die Filterblock-Konfigurationen Stereo und Wide)

Send FX 1/2 Level - Send-Pegel für Send-Effekt 1/2. (Szenenparameter)





Modulation/Routing Sektion

Die Modulationssektion unterscheidet sich von den Sektionen Klangerzeugung und Shaping, da keine Audiodaten durch geleitet werden. Stattdessen ermöglicht sie Ihnen die Parameter in den anderen Sektionen von verschiedenen Quellen aus steuern.


Routing

Das Modulations-Routing in Surge ist im Vergleich zu den meisten Synthesizern ein wenig anders, aber es ist tatsächlich sehr intuitiv und extrem leistungsfähig, dank der Routing-Leiste.


Wie Sie Modulation auf Parameter anwenden

So funktioniert es:

  1. Wählen Sie die Modulationsquelle aus, die Sie verwenden möchten.

  2. Aktivieren Sie den Routing-Modus mit einem zweiten Klick auf die Quelle. Sie wird hellgrün, und die Slider, die moduliert werden können, zeigen einen blauen Slider für die Modulationstiefe zusätzlich zu ihrem normalen Slider an.

  3. Ziehen Sie den gewünschten Modulations-Slider (blauer Slider) an die Position, an der der Parameter stehen soll (z.B. am oberen Peak eines Sinus-LFOs oder nach der Attack-Phase einer Hüllkurve). Der volle Bereich der Modulation wird dann mit dem entsprechenden grünen Balken auf dem Slider angezeigt.

  4. Deaktivieren Sie den Routing-Modus, indem Sie erneut auf die Modulationsquelle klicken.


Alternativ kann der Routing-Modus auch durch Drücken von TAB auf der Tastatur ein- oder ausgeschaltet werden, sowie durch Drücken der Maustasten Mitte, Vorheriges oder Nächstes an beliebiger Stelle auf der Oberfläche.

Sie können auch direkt auf den Dialog für den numerischen Modulationswert zugreifen (erklärt hier) indem Sie Strg/Cmd auf der Tastatur gedrückt halten und dann die gewünschte Modulationsquelle über den Zielparameter ziehen.

Beachten Sie, dass der Modulationsbereich immer relativ zum Basiswert ist, der durch den grauen Slider dargestellt wird. Das bedeutet, dass das Verschieben seiner Position dann den gesamten Modulationsbereich nach oben oder unten verschiebt. Das bedeutet auch, dass, wenn der Wert eines Modulationsreglers kleiner als der Basiswert ist, die Polarität der Modulation invertiert wird.

Wenn Sie die Modulation auf bestimmte zeitbasierte Parameter (wie Portamento, Hüllkurven-Attack usw.) anwenden, die auf 0,00 Sekunden eingestellt sind, kann es vorkommen, dass die Modulation aufgrund der internen Funktionsweise nicht richtig ausgelöst wird. Um dies zu beheben, erhöhen Sie den betreffenden Parameter einfach um einen sehr kleinen Betrag, so dass er nicht den Wert von 0 hat.


Modulieren von LFO-Parametern mit einem anderen Modulator

Wenn Sie auf einen der LFO-Buttons in der Routing-Leiste klicken, werden sowohl die LFO-Quellenauswahl als auch der LFO-Editor ausgewählt. Die beiden Aktionen können jedoch getrennt werden, da Sie wählen können, welche Schaltfläche als Modulations-Routing-Quelle ausgewählt wird, und gleichzeitig Parameter von einem anderen LFO als der Quelle bearbeiten können.

Dazu wählen Sie die Quelle normal aus und klicken dann auf den Mini-Button eines anderen LFOs (der kleine orange Pfeil):

Damit können Sie effektiv die Parameter eines LFOs mit (einer) beliebigen anderen Modulationsquelle(n) modulieren. Beachten Sie jedoch als Beispiel, dass ein S-LFO logischerweise Parameter eines LFOs modulieren kann, aber ein LFO nicht die Parameter eines S-LFOs. (siehe Voice-Modulatoren vs. Scene-Modulatoren).

Denken Sie daran, dass Sie auch sehen können, welcher LFO gerade im Editor angezeigt wird, indem Sie schauen, was vertikal links neben dem Editor steht.


Modulierte Slider

Sobald ein Slider einer Modulationsquelle zugewiesen ist, zeigt die Blaufärbung seines Fachs an ob der Parameter moduliert wird und von welcher Quelle.

Abbildung 7: Die Blaufärbung eines Sliders zeigt an, ob der Parameter moduliert ist und durch welche Quelle

1) Parameter ist nicht moduliert (grau)

2) Parameter ist moduliert (grau-blau)

3) Parameter wird von der aktuell gewählten Modulationsquelle moduliert (hellblau)

Wenn Sie mit dem Mauszeiger über einen modulierten Slider fahren, wird/werden außerdem die Quelle(n), von der/denen er moduliert wird, in der Routing-Leiste hervorgehoben. So ist es einfacher zu sehen, welche Modulationsquelle(n) mit einem Parameter verbunden sind.


Schaltflächen für Modulationsquellen

Sobald sie auf einen Parameter geroutet sind, ändern die Schaltflächen für die Modulationsquellen ihr Aussehen, je nachdem, ob sie ausgewählt sind, und ob sie im aktuellen Patch geroutet sind oder nicht. (szenenabhängig)

Abbildung 8: Modulationsquellen sehen anders aus, wenn sie verwendet werden

1) Ungenutzte Modulationsquelle

2) Verwendete Modulationsquelle

3) Ungenutzte ausgewählte Modulationsquelle

4) Verwendete ausgewählte Modulationsquelle


Löschen der Modulation

Nachdem Sie mit der rechten Maustaste auf einen modulierten Slider geklickt haben, sehen Sie eine Option, mit der Sie die Modulation einfach löschen und von ihrer Quelle trennen können.

Alternativ können Sie den Modulationsregler (blauer Slider) auch auf 0 zurücksetzen, indem Sie im Routing-Modus darauf doppelklicken oder durch Eingabe von 0 im Type-In-Editor (siehe Edit Value).


Außerdem gibt es durch Rechtsklick auf eine beliebige Modulationsquelle die Möglichkeit, entweder einen bestimmten verknüpften Parameter zu löschen, oder auch alle auf einmal.





Modulatoren

Surge verfügt über vier Haupttypen von Modulationsquellen :

  • LFOs
  • Interne Modulatoren
  • Stimmen- und Noteneigenschaften
  • Makros

Alle diese Modulationsquellen befinden sich in der Routingleiste (siehe Routing) :


Die vier Arten von Modulationsquellen, unterteilt in Kategorien.


Voice-Modulatoren vs. Scene-Modulatoren

Einige Modulationsquellen arbeiten auf der Voice-Ebene, während andere auf der Szenenebene arbeiten. Obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, gibt es einen wichtigen Faktor, der sie voneinander unterscheidet.

Einerseits hat ein Voice-Modulator getrennte Modulationspfade für jede Stimme, das bedeutet, dass er Parameter auf Voice-Ebene (wie z.B. Filter-Cutoff) steuern kann, aber keine Parameter auf Szenenebene (wie z.B. FX-Pegel oder Szenentonhöhe).

Andererseits hat ein Szenenmodulator einen identischen Modulationspfad für die gesamte Szene, so dass er sowohl Parameter der Szenenebene als auch Parameter der Voice-Ebene steuern kann.


Oben, drei Voice-LFOs. Unten, drei Scene-LFOs, wobei “S-“ für Scene steht.


Um diese Unterscheidung zu demonstrieren, nehmen wir an, ein Sinus-LFO moduliert die Cutoff eines Filters. Wenn nun 3 Noten mit einer kleinen Verzögerung zwischen den einzelnen Noten angeschlagen werden, wird die Phase des LFOs zwischen den Noten entsprechend verzögert.

Sie werden in der Tat deutlich hören, wie sich der Cutoff des Filters bei jeder Note unabhängig voneinander bewegt, was den Eindruck erweckt, dass es drei LFOs und drei Filter gibt (was tatsächlich der Fall ist!). Das gleiche Prinzip gilt für die Hüllkurven.


Anders als bei der ersten Demonstration ist es diesmal jedoch so, dass wenn ein S-LFO einen bestimmten Parameter moduliert, und Sie mehrere Noten anschlagen, wird nicht für jede Stimme ein LFO “hinzugefügt”, was den Eindruck erweckt, dass es einen einzigen LFO gibt der die Grenzfrequenz des Filters moduliert, statt vieler.

Weitere Informationen finden Sie unter Modulations Routing im detail im Abschnitt “Technische Referenz”.

LFOs

Im Vergleich zu einigen anderen Synthesizern verfügt Surge nicht über dedizierte LFO, Envelope, Step Sequencer oder MSEG Modulationsquellen. Stattdessen sind diese in jedem LFO integriert. Dies ermöglicht effektiv die Flexibilität von bis zu 12 LFOs, Hüllkurven, Step-Sequenzern oder MSEGs und alles dazwischen, einfach durch die Änderung ihre Form.

Die LFOs von Surge sind sehr flexibel und verfügen über eine eingebaute DAHDSR-Hüllkurve, die entweder als dedizierter Hüllkurvengenerator arbeitet oder die Amplitude anderer Modulationsarten zeitlich formt.


Surge verfügt über insgesamt 12 LFOs:

  • 6 Voice-LFO-Quellen (z.B. mit LFO 1-6 beschriftet)
  • 6 Scene-LFO-Quellen (z.B. mit S-LFO 1-6 beschriftet)

Eine Erläuterung des Unterschieds zwischen LFOs und S-LFOs finden Sie unter Voice-Modulatoren vs. Scene-Modulatoren.



Shapes

LFO-Formen (von links nach rechts, von oben nach unten):

Sine Sinuswellen LFO Vertikale Biegung
Triangle Dreieckswellen LFO Vertikale Biegung
Square Pulswellen LFO Pulsbreite
Sawtooth Sägezahnwellen LFO Vertikale Biegung
Noise Glattes Rauschen LFO Korrelation
S&H Sample & Hold (gestuftes Rauschen) LFO Korrelation
Envelope Hüllkurvengenerator - setzt den LFO auf einen konstanten Ausgang von 1, der dann durch den LFO EG geformt werden kann (siehe LFO-Envelope-Generator) Hüllkurvenform
Step Seq 16-Schritt-Step-Sequenzer (siehe Step Sequencer). Smoothness/Spikyness
MSEG Vollständig editierbarer MSEG (Multi-Segment Envelope Generator) mit einer großen Anzahl von Kurventypen und verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten (siehe Multi-Segment Envelope Generator) Abhängig von Segmenttyp und Konfiguration
f = ax + b Hier gibt es nichts zu sehen, nur einen kleinen Teaser für eine kommende neue Modulationsquelle… :-) […]

Links, die verschiedenen Formen und ihre Erklärung. Rechts, die Art und Weise, wie der Deform Parameter die Wellenform beeinflusst.

Je nachdem, welche Form für einen bestimmten LFO ausgewählt wurde, ändert sich sein Name in der Routing-Leiste. Wenn Sie die ersten 6 Wellenformen verwenden, heißt er LFO. Wenn Sie jedoch die Hüllkurvenform verwenden, wird ENV angezeigt, SEQ wird angezeigt, wenn der Step-Sequenzer verwendet wird, und für den MSEG wird MSEG angezeigt. Die Szenen-LFOs haben ebenfalls ihre entsprechenden Bezeichnungen:


Parameter


Rate - Steuert die Modulationsrate. Wenn der Typ auf Step Seq eingestellt ist, entspricht ein Schritt einem ganzen Zyklus. Dieser Slider kann tempo-synchronisiert werden und über sein Kontextmenü deaktiviert werden. Das Deaktivieren der Rate friert den LFO effektiv auf einen bestimmten konstanten Wert ein, abhängig vom Phase/Shuffle-Parameter. Dies kann z.B. für das manuelle Scrubbing in einem Wellenformzyklus eines LFOs nützlich sein und kann auch in der gleichen Weise im Sequenzer verwendet werden. Dieses Feature kann auch genutzt werden um die Modulationsquelle, in Verbindung mit dem Triggermodus “Random”, als randomizer einzusetzen. Eine einfachere Random Modulationsquelle kann jedoch auch für diesen Zweck verwendet werden. Darüber hinaus kann die Modulation sogar mit einer anderen Modulationsquelle auf den Parameter Phase/Shuffle angewendet werden, was viele Möglichkeiten eröffnet, z.B. den eingefrorenen LFO effektiv als Mod-Mapper zu verwenden.

Hinweis: Wenn Sie im LFO-Editor mit der rechten Maustaste auf Parameter klicken, die temposynchronisiert werden können, gibt es auch die Option, alle LFO-Parameter auf einmal zu temposynchronisieren.

Phase/Shuffle - Steuert die Startphase der Modulationswellenform. Wie bei jedem Parameter, kann er moduliert werden. In diesem Fall ändert sich sein modulierter Wert jedoch nicht, nachdem die Modulation ausgelöst wurde (zum Beispiel ist es nicht möglich, die Phase eines LFOs zu verschieben, während eine Note gedrückt wird). Es wird nur die Startphase berücksichtigt.

Amplitude - Steuert die Amplitude der Modulation. Dies ist der Parameter den Sie verwenden sollten, wenn Sie die Tiefe eines LFOs mit einem Controller steuern wollen (wie z.B. die Steuerung der Vibratotiefe mit dem Modulationsrad). Dieses Steuerelement kann auch über sein Kontextmenü erweitert werden, wodurch Sie einen negativen Amplitudenbereich erreichen können (-100 bis 100% statt 0 bis 100%).

Deform - Verformt die Modulationsform auf verschiedene Weise. Der Effekt variiert in Abhängigkeit von der gewählten Form. Für die Formen Sine, Triangle, Sawtooth und Envelope sind verschiedene Verformungsarten verfügbar, und können durch Rechtsklick auf den Deform Slider aufgerufen werden.

Trigger-Mode - Wählt aus, wie der LFO ausgelöst wird, wenn eine neue Note gespielt wird:

  • Freerun - Die Startphase des LFOs wird mit der Songposition des Hosts synchronisiert, damit er kontinuierlich im Hintergrund läuft. Die Modulation wird in ihrer Startphase ausgelöst, wenn die Wiedergabeposition entweder an der Anfangsposition ist und der Song zu spielen beginnt, oder wenn die Wiedergabeposition am Anfang eines Loops zurückgeht zum Beispiel. Freerun verhält sich bei Voice-LFOs oder Szenen-LFOs gleich.
  • Keytrigger - Die Startphase des LFOs wird ausgelöst, wenn eine neue Note gedrückt wird. Wenn der Synth auf “Poly” eingestellt ist, wird bei Verwendung eines Voice-LFOs jede neue Stimme mit einem eigenen LFO getriggert. Wenn Sie jedoch einen Szenen-LFO verwenden, legt die erste Stimme die Position des LFOs fest, und die anderen folgen ihr dann.
  • Random - Die Startphase des LFOs wird auf einen zufälligen Punkt in seinem Zyklus gesetzt. Wenn der Synth auf “Poly” eingestellt ist, wird bei Verwendung eines Voice-LFOs für jede neue Stimme ein eigener LFO mitgetriggert. Wenn Sie jedoch einen Szenen-LFO verwenden, legt die erste Stimme die Position des LFOs fest, und die anderen folgen ihr dann.

Unipolar - Wenn aktiviert, erfolgt die Modulation im [0 .. 1] Bereich (unipolar). Wenn nicht, liegt sie im Bereich [-1 .. 1] (bipolar).

Der Modulationsbereich für einen Parameter wird durch einen grünen Balken dargestellt, wenn der Routing Modus aktiviert ist (siehe Routing).

Modulation eines Reglers von einer bipolaren Quelle


Modulation eines Reglers von einer unipolaren Quelle



LFO Envelope Generator

Die Hüllkurvengeneratoren sind vom 6-stufigen DAHDSR-Typ, die mit dem Wellenformgenerator multipliziert werden, unabhängig davon, welche LFO-Form gewählt ist. Das bedeutet, dass, wenn die LFO-Form auf “Envelope” eingestellt ist, der Ausgang einfach 100% beträgt, und dann durch den LFO EG geformt werden kann.

Beachten Sie auch, dass bei Verwendung der Hüllkurvenform die Hüllkurve immer auf Tastentrigger ausgelöst wird, unabhängig davon, wie der Trigger-Modus eingestellt ist.

Abbildung 12: 6-stufige DAHDSR-Hüllkurve

6-stufige DAHDSR-Hüllkurve


Step Sequencer

Die Form Step Seq beherbergt einen Step-Sequencer-Editor an der Stelle, an der sich die LFO-Anzeige befinden würde. Er erlaubt Ihnen, die Ausgangswellenform mit bis zu 16 Schritten einzuzeichnen.

Abbildung 13: Step Seq-Editor

Step Sequencer Editor

Die beiden blauen Marker definieren Loop Punkte, innerhalb derer die Sequenz wiederholt wird, sobald sie in den Loop gelangt. Die linke Maustaste wird zum Zeichnen verwendet, während die rechte Maustaste die Werte auf Null setzt.

Um einen Step schnell auf 0 zu setzen, doppelklicken Sie entweder auf einen Schritt oder halten Sie Strg/Cmd gedrückt und klicken oder ziehen Sie mit der Maus über die gewünschte(n) Stufe(n).

Wenn Sie mit der rechten Maustaste klicken und über die Stufen ziehen, können Sie eine gerade Linie über die gewünschten Stufen zeichnen, Dadurch wird ein perfekt lineares Treppenmuster erzeugt.

Wenn Sie beim Zeichnen die Shift Taste gedrückt halten, quantisieren Sie die Werte auf die Skalengrade (1/12 im Falle der Standardstimmung, oder eventuell andere für benutzerdefinierte Stimmungen), die den Bereich von einer Oktave abdecken. Außerdem stehen bei gedrückter Shift + Alt doppelt so viele Werte zur Verfügung, also nützlich, wenn Sie die Tonhöhe stattdessen um zwei Oktaven modulieren.

Weitere Informationen zur mikrotonalen Tonhöhenmodulation mit dem Step-Sequenzer finden Sie in diesem Artikel im Surge-Wiki.


Die Step-Sequenzer in Voice-LFOs haben eine zusätzliche Spur am oberen Rand des Step-Editors, die es erlaubt, die beiden regulären Voice-Hüllkurven neu zu triggern (die Amplituden- und Filter-Hüllkurven-Generatoren), wenn das kleine Rechteck in dem jeweiligen Schritt gefüllt ist.

Abbildung 14: Hüllkurven-Retrigger-Fenster von LFO 1

Step Seq von LFO 1 mit dem Re-Trigger-Fenster

Durch einen Shift-Klick oder einen Rechtsklick auf diese Rechtecke kann der angegebene Schritt im Sequenzer jedoch nur eine der beiden Hüllkurven triggern. Wenn der Schritt auf der linken Seite halb ausgefüllt ist, wird nur die Filterhüllkurve ausgelöst. Wenn er rechts gefüllt ist, wird nur die Amplitudenhüllkurve ausgelöst.


Der Parameter Deform verleiht der Step Seq-Wellenform eine große Flexibilität. Ein Wert von 0% gibt die Steps so aus, wie sie im Editor aussehen. Negative Werte ergeben eine zunehmend spitz zulaufende Wellenform, während positive Werte Werte die Ausgabe glätten.

Negative Verformung
Positive Verformung

Abbildung 15: Auswirkung des Deform-Parameters auf die Step-Seq-Wellenform

Auswirkung des Deform-Parameters auf die Step-Seq-Wellenform



Multi-Segment-Envelope-Generator (MSEG)

Der Multi-Segment-Hüllkurven-Generator (MSEG) von Surge ist leistungsstark und voll editierbar mit einer großen Anzahl von Kurventypen und verschiedenen Bearbeitungsoptionen. Er kann verwendet werden, um kompliziertere LFO-Wellenformen oder Hüllkurven zu erzeugen im Vergleich zu den zuvor erwähnten Modulationsformen. Mit der Kombination aus verschiedenen Einstellungen im Editierfenster und den üblichen Parametern aus dem LFO-Editor können Sie praktisch jede erdenkliche Modulationsform erzeugen.

Um dieses MSEG-Editierfenster zu öffnen, können Sie entweder auf den kleinen Bleistift-Button neben der Wellenformanzeige klicken (1), auf die Wellenanzeige selbst klicken (2) oder auf das MSEG-Symbol in der Modulationsart-Auswahl doppelklicken (3):


Default MSEG State

Nach dem Öffnen sehen Sie eine Form, die als Hüllkurve arbeitet, wenn Sie einen Voice-LFO verwenden, oder eine Dreieckswelle die als LFO arbeitet, wenn Sie einen Szenen-LFO verwenden. In jedem Fall können Sie entweder auf diese Formen aufbauen, wenn sie Ihren Bedürfnissen entsprechen, oder Sie können sie auf eine einfache gerade Linie zurücksetzen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Stelle im Editierfenster klicken und dann Create -> Minimal MSEG wählen. Weitere Informationen zu diesen Menüeinträgen finden Sie weiter unten.


Zooming und panning

Im MSEG-Editor können Sie die Ansicht nach links oder rechts schwenken, indem Sie entweder mit der linken Maustaste oder mit der mittleren Maustaste klicken, und dann auf dem Hintergrund nach links oder rechts ziehen.

Sie können auch hinein- und herauszoomen, indem Sie entweder mit dem Mausrad scrollen oder mit der linken Maustaste klicken und dann die Maus nach oben oder unten ziehen. Alternativ können Sie auch wieder mit der mittleren Maustaste klicken und ziehen, wenn Sie dies bevorzugen.


Hinzufügen und Entfernen von Knoten

Im MSEG von Surge besteht ein Segment aus seinem Anfangsknoten (Punkt) und dem Segment selbst. Der “Endknoten” eines Segments ist eigentlich der Startknoten des nächsten Segments. Um einen neuen Knoten hinzuzufügen, doppelklicken Sie einfach auf die Stelle, an der Sie ihn hinzugefügt werden soll. Um einen Knoten und sein folgendes Segment zu entfernen, doppelklicken Sie einfach auf den Knoten, den Sie entfernen möchten. Beachten Sie, dass Sie nur Knoten entfernen können, wenn mehr als zwei Knoten in der Form vorhanden sind.


Kontrollpunkte

Außerdem finden Sie oft einen Kontrollpunkt in der Mitte eines Segments. Dieser kann vertikal (und manchmal auch horizontal) gezogen werden, um die Krümmung des Segments oder andere Eigenschaften zu verändern, abhängig vom Linientyp. Um einen Kontrollpunkt auf seine Standardposition zurückzusetzen, klicken Sie einfach doppelt auf ihn.


MSEG-Bearbeitungs- und Verhaltensoptionen

Am unteren Rand des Editors befinden sich einige Optionen zur Konfiguration der Bearbeitungsmodi und des allgemeinen Verhaltens des MSEG:

  • Movement Mode - Legt das Verhalten beim Verschieben von Knoten fest.
    • Single - Beim horizontalen Ziehen eines Knotens wird ein einzelner Knoten verschoben, ohne die anderen zu beeinflussen.
    • Shift - Beim horizontalen Ziehen eines Knotens werden die auf den verschobenen Knoten folgenden Knoten verschoben, wobei die Länge des zu diesem Knoten gehörenden Segments konstant bleibt.
    • Draw - Sperrt das horizontale Ziehen von Knoten, so dass Sie über vorhandene Knoten ziehen können, um deren Wert mithilfe einer simplen Wischbewegung einzuzeichnen.
  • Edit Mode - Konfiguriert den MSEG-Editor für die Arbeit im Hüllkurven- oder LFO-Modus.
    • Envelope - Zeigt ziehbare Loop-Punkte und die Region an (stellt effektiv die Sustain-Stufe in einer Hüllkurve dar).
    • LFO - Blendet die verschiebbaren Loop-Punkte und die Region aus, verknüpft den Wert der Start- und Endknoten, um den Wellenformzyklus, hält den Loop-Modus immer aktiviert (auch wenn er auf “off” gestellt ist).
  • Loop-Mode
    • Off - Kein Loop im Hüllkurvenmodus, deaktivieren Sie verschiebbare Loop-Punkte.
    • On - Endlosschleife im Loop-Bereich (zwischen den Loop-Punkten). Nachfolgende Segmente, falls vorhanden, werden nie erreicht.
    • Gate - Loop, bis die Note losgelassen wird, dann sofortiger Übergang zu den Segmenten, die auf die Loop-Region folgen.
  • Snap To Grid
    • Horizontal - Aktiviert das horizontale Einrasten am Raster. Das Zahlenfeld rechts daneben entspricht der horizontalen Rasterauflösung. Sie können das horizontale Einrasten auch vorübergehend aktivieren, indem Sie die Strg/Cmd-Taste während des Ziehens gedrückt halten.
    • Vertical - Aktiviert das vertikale Einrasten am Raster. Das Zahlenfeld rechts daneben entspricht der vertikalen Rasterauflösung. Sie können das vertikale Einrasten auch vorübergehend aktivieren, indem die Alt-Taste während des Ziehens gedrückt halten.


Segmentoptionen

Jedes Segment verfügt über Optionen in einem Kontextmenü, auf das Sie mit einem Rechtsklick in den Bereich des jeweiligen Segments zugreifen können. Einige davon werden nur auf das mit der rechten Maustaste angeklickte Segment angewendet, während andere auf die gesamte Form angewendet werden:

  • Actions
    • Split - Teilt das Segment in zwei Teile, indem ein neuer Knoten in seiner Mitte hinzugefügt wird
    • Delete - Entfernt das Segment und seinen Anfangsknoten
    • Double duration - Verdoppelt die Gesamtdauer der gesamten Form
    • Half duration - Halbiert die Gesamtdauer der gesamten Form
    • Flip vertically - Spiegelt die gesamte Form vertikal
    • Flip horizontally - Spiegelt die gesamte Form horizontal
    • Quantize notes to snap division - Quantisiert die Knoten in der gesamten Form auf die nächstgelegene horizontale Rasterposition. Nur im Hüllkurven-Bearbeitungsmodus verfügbar.
    • Quantize notes to whole units - Quantisiert die Knoten in der gesamten Form horizontal auf die nächstgelegenen ganzen Zeiteinheiten. Nur im Hüllkurven-Bearbeitungsmodus verfügbar.
    • Distribute nodes evenly - Verteilt die vorhandenen Knoten der gesamten Form gleichmäßig auf der horizontalen Achse zwischen dem ersten und dem letzten Knoten.
  • Create
    • Minimal MSEG - Lädt eine gerade Linie, die im Wert von 1 bis 0 geht, ein guter Ausgangspunkt, um darauf aufzubauen.
    • Default voice MSEG - Lädt die Standard-Stimmen-MSEG-Voreinstellung (Hüllkurvenform)
    • Default scene MSEG - Lädt das Standard-MSEG-Preset für die Szene (Dreieckswellen-LFO-Form)
    • 8, 16, 32 step sequencer - Ersetzt die vorhandene Form durch eine 8-, 16- oder 32-Step-Sequenzerform
    • 8, 16, 32 sawtooth plucks - Ersetzt die vorhandene Form durch eine 8-, 16- oder 32-fache Sägezahn-Zupf-Form
    • 8, 16, 32 lines sine - Ersetzt die vorhandene Form durch eine Sinuswelle, die aus 8, 16 oder 32 Segmenten besteht.
  • Settings
    • Link start and end nodes - Verknüpft den Wert des Start- und Endknotens (nützlich z.B. für nahtloses Loopen).
    • Deform applied to segment - Legt fest, ob das ausgewählte Segment vom Deform-Parameter aus dem LFO-Editor beeinflusst wird oder nicht (siehe deform parameter).
    • Invert deform value - Invertiert die auf das ausgewählte Segment angewendete Verformungspolarität.
  • Segment types - Liste der Linientypen, aus denen ein Segment bestehen kann. Der Kontrollpunkt, falls vorhanden, hat je nach verwendetem Typ eine andere Wirkung.
    • Hold - Hält den Wert des vorherigen Knotens bis zum Endknoten des Segments. Kein Kontrollpunkt vorhanden.
    • Linear - Einzelne Linie. Der Kontrollpunkt steuert die Krümmung des Segments.
    • Bezier - Einzelne Linie. Der Kontrollpunkt kann das Segment frei krümmen.
    • S-Curve - Gekrümmte Linie. Der Kontrollpunkt bestimmt, wie abrupt die S-Form ist und ihre Richtung.
    • Bump - Einzelne Linie. Der Kontrollpunkt kann nach oben oder unten bewegt werden, um einen “Höcker” im Segment zu erzeugen.
    • Sine, sawtooth, triangle, square - Sinus-, Sägezahn-, Dreieck- oder Rechteckwellen. Der Kontrollpunkt bestimmt, wie viele Wellenzyklen zwischen dem Anfangs- und Endknoten des Segments liegen.
    • Stairs, smooth stairs - Linientypen Treppe oder glatte Treppe. Der Kontrollpunkt bestimmt, wie viele Stufen zwischen dem Anfangs- und Endknoten des Segments liegen.
    • Brownian bridge - Zufällig zwischen dem Anfangs- und Endknoten bei jeder Auslösung. Durch Verschieben des Kontrollpunkts nach unten wird die Anzahl der Schritte angepasst, während sie auf 24 äquidistante Schritte quantisiert werden (nützlich z.B. für zufällige Skalen). Wenn Sie den Kontrollpunkt nach oben bewegen, wird die Anzahl der Schritte ebenfalls angepasst, dieses Mal jedoch ohne Quantisierung. Der horizontale Wert des Kontrollpunkts stellt die Korrelation ein.



LFO-Presets

Links neben dem Parameter Rate befindet sich ein kleines Menüsymbol. Wenn Sie es anklicken, werden Optionen angezeigt, um den ausgewählten LFO-Zustand zu speichern, zuvor gespeicherte Zustände zu öffnen und schließlich Presets erneut zu scannen, um die Liste zu aktualisieren. Die Presets werden nach Modulationsform kategorisiert.

LFO-Einstellungen kopieren/einfügen

Nachdem Sie einen LFO eingerichtet haben, können Sie seine Einstellungen kopieren und in einen anderen LFO einfügen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen LFO in der blauen Routing-Leiste klicken und die Optionen Copy und Paste verwenden.


Weitere Informationen zu den LFO-Algorithmen finden Sie unter LFOs im Abschnitt “Technische Referenz”.



Interne Modulatoren

Filter EG Modulationsquelle

Die Filter-Envelope-Generator-Modulationsquelle, die mit “Filter EG” beschriftet ist, ist einfach eine Modulationsquelle, die dem Ausgang des Filter EG entspricht, der, wie der Name schon sagt, fest mit den Filtermodulen verbunden ist. Auch andere Parameter können durch den Filter EG um verschiedene Beträge moduliert werden, indem Sie sie einfach auf diese Quelle routen.

Amp EG Modulationsquelle

Die Amp-EG-Modulationsquelle, die mit “Amp EG” beschriftet ist, ist einfach eine Modulationsquelle, die dem Ausgang des Amp EG entspricht, der, wie der Name schon sagt, fest mit dem Endstufenmodul verdrahtet ist. Andere Parameter können ebenfalls durch den Amp EG um verschiedene Beträge moduliert werden, indem sie einfach auf diese Quelle geroutet werden.


Random Modulationsquelle

Diese Modulationsquelle arbeitet auf Voice-Ebene. Sie erzeugt einen einzelnen Zufallswert innerhalb des Modulationsbereichs für jede Stimme, jedes Mal wenn eine Stimme gespielt wird.

Standardmäßig ist diese Modulationsquelle bipolar. Sie können sie jedoch auf eine unipolare Version umschalten, indem Sie mit der rechten Maustaste darauf klicken und Switch to Random Unipolar wählen. Die beiden können auch gleichzeitig verwendet werden, so dass sie als zwei unabhängige Modulationsquellen betrachtet werden können.

Beachten Sie, dass mehrere Parameter, die an diese Modulationsquelle geleitet werden, alle denselben Wert (in Prozent) erhalten. Um unterschiedliche zufällige Werte an verschiedene Parameter zu senden, können mehrere LFOs so konfiguriert werden, dass sie dies mit größerer Kontrolle tun. Siehe die Erklärung von dem Parameter Rate.


Alternierende Modulationsquelle

Diese Modulation arbeitet auf der Voice-Ebene. Sie erzeugt alternierende Werte zwischen den beiden Extremen des Modulationsbereichs.

Standardmäßig ist diese Modulationsquelle bipolar. Sie können sie jedoch auf eine unipolare Version umschalten, indem Sie mit der rechten Maustaste darauf klicken und Switch to Alternate Unipolar wählen. Die beiden können auch gleichzeitig verwendet werden, daher können sie als zwei unabhängige Modulationsquellen betrachtet werden.



Voice und Note Properties

Wie andere Synthesizer empfängt Surge MIDI-Daten, um zu bestimmen, welche Note(n) er spielen soll. Er kann jedoch auch MIDI CC-Daten verwenden, um jeden routbaren Parameter zu modulieren.

Es gibt 14 dieser Voice- und Noteneigenschaften in der Routingleiste:

Velocity Anschlagdynamik pro Note Voice-Modulator Unipolar
Release Velocity Anschlagdynamik pro Note Voice-Modulator Unipolar
Polyphonic Aftertouch (beschriftet mit Poly AT) Per Note polyphoner Aftertouch Voice Modulator Unipolar
Channel Aftertouch (beschriftet mit Channel AT) Monophoner Aftertouch, wenn MPE deaktiviert ist Szenenmodulator,
Voice-Modulator im MPE-Modus
Unipolar
Pitch Bend Pitch Bend Radwert Szenenmodulator Bipolar
Modwheel Modulationsradwert Szenenmodulator Unipolar
Breath Breath-Controller-Signal Szenenmodulator Unipolar
Expression Wird oft mit Pedalen und für Crescendos oder Decrescendos verwendet Szenenmodulator Unipolar
Sustain Sustain-Signal, oft von einem Pedal Szenenmodulator Unipolar
Timbre Hauptanwendung für MPE-Controller Voice-Modulator Bipolar
Keytrack Pro-Note-Keytrack-Wert Voice-Modulator Bipolar
Lowest Key Keytrack-Wert, der der tiefsten gespielten Note entspricht Szenenmodulator Bipolar
Highest Key Keytrack-Wert, der der höchsten gespielten Note entspricht Szenenmodulator Bipolar
Latest Key Keytrack-Wert, der der zuletzt gespielten Note entspricht Szenenmodulator Bipolar

Beachten Sie, dass nur Modulationsquellen auf Szenenebene auf FX-Sends und Parameter geroutet werden können. Sie können zum Beispiel Latest Key anstelle von Keytrack verwenden, um FX-Parameter zu modulieren, da Keytrack eine Modulation auf Voice-Ebene ist. Weitere Einzelheiten finden Sie unter Voice-Modulatoren vs. Scene-Modulatoren.



Macros

Es gibt 8 Makros, und standardmäßig sind sie leer.

Was diese zuweisbaren Controller vom Rest unterscheidet, ist, dass sie mit einem Rechtsklick einem MIDI-Controller oder einem MIDI-CC-Signal zugewiesen werden können und ihr Wert mit dem blauen digitalen Slider unter ihrem Namen auf dem Bildschirm bearbeitet werden kann.

Werksseitig sind die Makros MIDI CC 41-48 zugeordnet, was in vielen MIDI-Controllern der Standardzuweisung von Drehreglern oder Faderbänken entspricht.

Weitere Informationen finden Sie unter Continuous-Controller-Information (CC) im Abschnitt “Technische Referenz”.

Über das Rechtsklick-Kontextmenü können Sie den Controller auch umbenennen. Außerdem gibt es die typischen Routing- und Löschoptionen, (siehe Routing) und Sie können wählen, ob ihre Modulation bipolar (sowohl positiv als auch negativ mit 0 in der Mitte) oder unipolar (nur positiv) ist.

Makros können auch per Drag&Drop über andere Makros gezogen werden, um deren Plätze zu tauschen. Klicken Sie dazu einfach mit der linken Maustaste + ziehen Sie über die gewünschte Makro-Slot-Position.

Schließlich ist zu beachten, dass Makros als globale Modulatoren gelten, d.h. sie werden von beiden Szenen A und B gemeinsam genutzt und wirken auf beide. Dies ist nützlich, wenn Sie bestimmte Parameter aus beiden Szenen schnell an einer einzigen Stelle steuern möchten.





FX Section

Die FX-Sektion steuert die 8 Effekteinheiten des Effektblocks die in jedem Patch gespeichert sind.


FX Section


Effect Unit Selector

Der Selektor für die Effekteinheit befindet sich im oberen Bereich der FX-Sektion. Er stellt auch den Signalweg des Effektblocks dar. Hier ist er im Detail zu sehen:

Abbildung 18: Der Effektblock

Der Effektblock

Ein Linksklick auf eine bestimmte Einheit in der Effektgeräteauswahl bringt diese Einheit in den Editor. Ein Rechtsklick auf eine Einheit deaktiviert/aktiviert sie. Dieser Zustand wird in den Patches gespeichert, anders als die globale FX-Bypass-Einstellung.

Außerdem können Sie Einheiten per Drag & Drop über andere Einheiten ziehen, um deren Plätze zu tauschen. Wenn Sie Strg/Cmd gedrückt halten und Ziehen können Sie stattdessen Units auf andere Units duplizieren (kopieren), und bei gedrückter Shift Taste können Sie die Ziel-Unit einfach durch eine andere ersetzen (überschreiben).

Schließlich können Sie mit der rechten Maustaste entweder auf das A- oder das B-Symbol im Diagramm klicken, um die Optionen für das Hard-Clipping der Ausgabe aufzurufen, welche denen entsprechen, die zuvor in den Kapiteln Scene Output und Globale Lautstärke erläutert wurden.


Effekt- und Preset-Picker

Effekte können über den Effekt- und Preset-Picker hinzugefügt oder entfernt werden (direkt unter den FX-Return-Slidern). Sie können auch durch die Effekte und Presets blättern, indem Sie die Pfeiltasten drücken, die auch im globalen Patch-Browser zu finden sind.

Sie können auch Ihre eigenen Effekt-Presets speichern, die dann global mit dem Synth gespeichert werden. Schließlich gibt es am unteren Rand dieses Menüs die Optionen Copy und Paste, mit denen Sie einen Effekt und seine Parameter kopieren und auf einem anderen Gerät einfügen können. Sie können dazu auch Drag-and-Drop-Gesten verwenden (siehe Effect Unit Selector).


Effekt Editor

Hier können alle Effektparameter bearbeitet werden. Wie beim Oszillator-Editor ändern sich die Parameter der einzelnen Slider je nach geladenem Effekt.

Hier ist eine Liste der verfügbaren Effekte:

  • EQ
  • Exciter
  • Graphic EQ
  • Resonator
  • CHOW
  • Distortion
  • Neuron
  • Tape
  • Combulator
  • Frequency Shifter
  • Nimbus
  • Ring Modulator
  • Treemonster
  • Vocoder
  • Chorus
  • Ensemble
  • Flanger
  • Phaser
  • Rotary Speaker
  • Delay
  • Reverb 1
  • Reverb 2
  • Airwindows (Kollektion aus 53 Effekten von Airwindows)
  • Conditioner

Weitere Informationen zu den einzelnen Effekten finden Sie unter Effekt-Algorithmen im Abschnitt “Technische Referenz”.

Hinweis: Denken Sie daran, dass FX-Parameter Szenensteuerungen sind. Das bedeutet, dass nur Modulationsquellen auf Szenenebene sie modulieren können.




Menu Button

In der rechten unteren Ecke befindet sich ein kleiner Menü-Button. Wenn Sie mit der linken Maustaste darauf klicken, werden Konfigurationsoptionen angezeigt.

Hinweis: Einige dieser Optionen befinden sich auch am oberen Rand der Benutzeroberfläche, um den Zugriff zu erleichtern (siehe Statusbereich).

Dieses Menü kann auch durch einen Rechtsklick an einer beliebigen Stelle der Benutzeroberfläche geöffnet werden, an der sich keine Bedienelemente befinden.


MPE-Optionen

MPE steht für MIDI Polyphonic Expression. Sie kann in ihrem Untermenü aktiviert oder deaktiviert werden. Der aktuelle und voreingestellte Pitch-Bend-Bereich kann hier ebenfalls geändert werden. Schließlich können Sie auch noch den MPE-Pitchbend-Glättungsbetrag einstellen.


Tuning-Optionen

Surge bietet volle Keyboard-Microtuning-Unterstützung und verwendet eine Implementierung der kompletten Scala SCL und KBM Microtuning-Formate.

Die Tuning-Menüoptionen sind Set to standard tuning und Set to standard keyboard mapping.

Darunter befinden sich die Optionen zum Importieren und Apply .scl file tuning oder Apply .kbm keyboard mapping-Dateien, um andere Skalen als die Standard-Skala zu verwenden. Direkt darunter befindet sich die Option Remap A4 (MIDI note 69) directly to…. Diese Einstellungen werden im DAW-Status gespeichert und optional in einem Patch abgelegt.

Die Einstellungen Apply tuning at MIDI input und Apply tuning after modulation bedürfen einer recht ausführlichen Erklärung, die Sie im Abschnitt Microtonal Tuning der technischen Referenz finden.

Use ODDSound MTS-ESP (if loaded in DAW) erlaubt es der ODDSound MTS-ESP-Suite, wenn sie in in der gleichen Session geladen ist, mit Surge zu interagieren.

Am Ende dieses Untermenüs finden Sie die Option Show current tuning information…, die eine HTML-Datei öffnet, die alle Informationen zu den einzelnen Tönen der geladenen Skala enthält, und die Factory tuning library…, die den Speicherort der Stimmungsbibliothek-Dateien im Dateimanager öffnet.

Alternativ können Scala SCL- und KBM-Dateien auch über den Statusbereich importiert werden oder durch Ablegen irgendwo auf der Oberfläche von Surge.

Siehe Microtonal Tuning in der technischen Referenz für weitere Informationen zur Mikrotonalen Stimmung in Surge.


Zoom

Die Option Zoom kann bei bestimmten Monitoren und Konfigurationen sehr nützlich sein.

In ihrem Untermenü gibt es verschiedene Optionen, um den Maßstab der gesamten Benutzeroberfläche auf eine bestimmte Größe zu ändern. Beachten Sie, dass Sie die Größe nicht beliebig ändern können, da es eine Obergrenze gibt, die von Ihrer Bildschirmauflösung abhängt.

Wenn eine neue Instanz von Surge geladen wird, wird der Zoom auf die Standardgröße gesetzt. Um diesen Wert zu ändern, gehen Sie zurück in dieses Untermenü und wählen Sie die Option “Set [zoom %] as default”, oder “Set default zoom to …” und geben Sie dann den gewünschten Wert ein.


Skins

Hier kann die UI-Skin ausgewählt, neu geladen und gescannt werden. Surge wird mit zwei Werks-Skins ausgeliefert: Classic und Dark, und ein Skin eines Drittanbieters namens Royal von Voger Design.

Classic:


Dark:


Royal:


Von dort aus können Sie auch den aktuellen Skin neu laden, Skins neu scannen, den Speicherort des aktuellen Skin-Ordners öffnen und den Skin Inspektor sowie die Skin-Entwicklungsanleitung öffnen.

Wenn Sie in die Skin-Engine einsteigen und Skins entwickeln möchten, sehen Sie sich die Dokumentation zur Entwicklung von Surge-Skins an.


User Settings

In diesem Untermenü gibt es eine Vielzahl von Optionen, die die Benutzeroberfläche betreffen.

Mouse Behavior

Dieses Untermenü enthält Optionen, mit denen Sie die Empfindlichkeit der Maus beim Bewegen von Slidern ändern können. Während standardmäßig Legacy verwendet wird, reichen die anderen 3 Optionen von Slow (granularer) bis Exact (so schnell wie der Mauszeiger). Außerdem gibt es eine Option, mit der der Mauszeiger auf dem Bildschirm angezeigt wird, wenn Sie ein Steuerelement bewegen.

Obwohl Surge offiziell keine Unterstützung für Touchscreens bietet, wird Ihnen die Einstellung der Mausbewegung auf Exact und die Option Show mouse cursor while editing wahrscheinlich die beste Erfahrung bei der Interaktion mit Surge mit einem Touchscreen bieten.

Patch Defaults

Hier können Sie konfigurieren, was standardmäßig in den Feldern Author und Comment erscheint, wenn Sie einen Patch speichern.

Value displays

  • High Precision Value Readouts - Ermöglicht, dass Werte-Popups, die beim Einstellen von Parametern erscheinen, mehr Ziffern nach dem Dezimalpunkt (6 Stellen) anzeigen. Dies kann in einigen fortgeschrittenen und präzisen Szenarien nützlich sein.

  • Modulation Popup Shows Bounds - Ermöglicht dem Werte-Popup, das beim Anwenden von Modulationen und beim Anpassen ihrer Menge an einen Parameter erscheint, mehr Werte anzuzeigen, z.B. den relativen Bereich in negativer Ausichtung sowie absolute Minimal- und Maximalwerte darunter.

  • Middle C - Ermöglicht es Ihnen, die Referenzoktave zu ändern, die in Popup-Anzeigen einiger frequenzbezogener Parameter verwendet wird, wie z.B. dem Filter-Cutoff. Sie können das mittlere C entweder auf C3, C4 oder C5 einstellen.

Workflow

  • Activate individual scene outputs - Aktivieren oder deaktivieren Sie die einzelnen Audio-Szenenausgänge. In den meisten DAWs ist diese Option standardmäßig aktiviert, aber aus Kompatibilitätsgründen ist sie bei einigen anderen DAWs (z.B. FL Studio) standardmäßig deaktiviert und muss erst aktiviert und im Plugin-Wrapper konfiguriert werden, um diese Funktion nutzen zu können.

  • Load MSEG snap state from patch - Legt fest, ob Surge die MSEG-Snap-Parameter aus dem gespeicherten Patch laden oder die bestehenden Einstellungen beibehalten soll.

  • Remember tab positions per scene - Merkt sich die Positionen der Registerkarten (z.B. den aktuell ausgewählten Oszillator oder LFO, der gerade im LFO-Editor angezeigt wird) separat für jede Szene oder einheitlich im gesamten Synth.


Data Folders

In diesem Untermenü gibt es eine Reihe von Optionen, die sich auf Benutzerdaten und Patches beziehen.

Open User Data Folder

Dies öffnet den Ort, an dem die von Benutzer*innen gespeicherten Patches abgelegt werden.

Open Factory Data Folder

Dies öffnet den Ort, an dem Werks-Patches, Wavetables und andere Konfigurationsdateien gespeichert werden.

Set Custom User Data Folder

Wie der Name schon sagt, können Sie hier festlegen, wo die User-Patches gespeichert werden sollen.

Rescan All Data Folders

Diese Option kann nützlich sein, nachdem Sie Patches importiert haben, die von einem anderen User erstellt wurden, nachdem Sie User-Patches auf einen anderen Computer übertragen haben, oder nach dem Herunterladen von Patches aus dem Internet.


MIDI Settings

Dieses Untermenü enthält Optionen für MIDI-Zuordnungen.

Controller smoothing

Dieses Untermenü enthält Optionen zur Einstellung der gewünschten MIDI-Controller-Glättung.

Sustain pedal in mono mode

  • Sustain pedal holds all notes (no note off retrigger) - Wenn Sustain aktiviert ist und mehrere Noten angeschlagen und dann nacheinander gehalten werden, bleibt Surge beim Loslassen auf der letzten Note, anstatt auf die vorherige Note zu wechseln.
  • Sustain pedal allows note off retrigger - Wenn Sustain aktiviert ist und mehrere Noten angeschlagen und dann nacheinander gehalten werden, schaltet Surge auf die vorherige Note um, wenn die letzte Note losgelassen wird.

Save MIDI Mapping As…

Hiermit können Sie das aktuelle MIDI-Mapping speichern. Das neu erstellte Profil wird in diesem Menü unter den beiden oberen Optionen angezeigt.

Show Current MIDI Mapping…

Dies öffnet eine HTML-Datei, die das aktuell geladene MIDI-Mapping auflistet.

Clear current MIDI mapping

Wie der Name schon sagt, löscht diese Option das bestehende MIDI-Mapping in Surge und setzt es auf die Standardeinstellungen zurück.


Online-Optionen

Die folgenden Optionen dienen zum Erreichen der Entwickler*innen und Informationen zum Benutzer*innen Feedback, Lesen des Codes auf GitHub, Herunterladen zusätzlicher Inhalte, Öffnen der Surge-Website, und schließlich dem Öffnen dieses Benutzer*innen Handbuchs.


About Surge

Schließlich gibt es eine Option zum Öffnen des About-Fensters, das verschiedene Versions-, Konfigurations- und Lizenzinformationen enthält.

Developer Menü

Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf die Schaltfläche Menü klicken, erscheinen in verschiedenen Untermenüs weitere Optionen für Entwicklungs- und Testzwecke.







Technische Referenz

Surge Hierarchie


Übersicht

Abbildung 16: Blockschaltbild der Synthesizer-Engine

Blockschaltbild der Synthesizer-Engine.

Abbildung

Die Abbildung zeigt eine Übersicht über die Synthesizer-Engine von Surge.


Voices

Abbildung 17: Blockdiagramm einer Synthesizer-Voice

Blockschaltbild einer Synthesizer-Voice

Die Abbildung zeigt die meisten Audio- und Steuerpfade einer einzelnen Voice. Nicht alle Verarbeitungselemente der Voice sind im Diagramm dargestellt.


LFOs

Jede Voice hat 6 konfigurierbare LFOs und jede Szene hat zusätzliche 6 konfigurierbare LFOs, so dass jede Voice effektiv Modulationen von insgesamt 12 LFOs empfangen kann.

LFO-Blockdiagramm


Modulations-Routing im Detail

Wie das Modulations-Routing intern funktioniert, ist etwas, worüber Sie sich bei der Verwendung von Surge normalerweise keine Gedanken machen müssen. Aktivieren Sie einfach den Modulationsmodus mit der gewünschten Quelle und schauen Sie, welche der Slider blau werden. Dennoch ist es nützlich zu wissen, welche Begrenzungen vorhanden sind und warum.

Abbildung 19: Modulationsrouting hinter den Kulissen

Modulations-Routing hinter den Kulissen

Zu beachten ist, dass Stimmenmodulationsquellen nicht Szene-Parameter, Global-/Effekt-Parameter oder Parameter von Szene-LFOs modulieren können, da es sich hierbei um zwei deutlich unterschiedliche Modulationswege handelt. Ansonsten sollte es ziemlich einfach sein.



Oszillator-Algorithmen

Surge bietet 8 verschiedene Oszillator-Algorithmen, die jeweils in der Lage sind Klänge auf unterschiedliche Art und Weise mit verschiedenen Reglern zu erzeugen. Es handelt sich nicht einfach nur um unterschiedliche Wellenformen.


Classic

Der Classic Oszillator-Algorithmus besteht aus einem Hauptoszillator, der eine Pulswelle, eine Sägezahnwelle, eine Dual-Sägezahnwelle oder irgendwas dazwischen erzeugen kann.

Ein Suboszillator liefert eine Pulswelle eine Oktave unterhalb des Hauptoszillators. Eine Änderung der Pulsbreite des Suboszillators wirkt sich auch auf den Hauptoszillator aus, da sich die Pegel beider Oszillatoren zur gleichen Zeit ändern. Der Hauptoszillator tut dies allerdings doppelt so oft.

Der Classic Algorithmus ist auch zur Selbstsynchronisation der Oszillatoren fähig. Beachten Sie, dass der Suboszillator als Grundton für die Synchronisation verwendet wird.

Der Algorithmus bietet Unison auf der Oszillator-Ebene mit bis zu 16 Instanzen. Anders als beim Wavetable-Oszillator sind die Kosten für Unison in Bezug auf die CPU-Auslastung für den Classic Oszillator recht bescheiden. Die Unison Oszillator-Instanzen werden durch den Osc-Drift-Parameter auf Szenenebene unabhängig beeinflusst.

Shape Wellenformform -100% = Puls, 0% = Saw, 100% = dual saw -100 .. 100 %
Width 1 Tastgrad (Puls) oder relative Phase (dual saw) 0 .. 100 %
Width 2 Staucht oder erweitert die Wellenform auf andere Weise. Wenn positiv, werden die beiden letzten Hälften von zwei aufeinanderfolgenden Einzelzyklen enger zusammengedrückt. 0 .. 100 %
Sub Mix Sub-Oszillator-Mix, 0% = nur Main, 100% = nur Sub 0 .. 100 %
Sync Oszillator-Hartsynchronisation 0..60 Halbtöne
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 … 100 Cent
0 … 1200 Cent
0 … 16 Hz
0 … 192 Hz
 
Unison Voices Anzahl der Oszillatoren, die für Unison verwendet werden (1 = deaktiviert). 1 .. 16


Modern

Der Modern-Oszillator-Algorithmus ist ein Multi-Wellenform-Oszillator, der saubere, aliasarme Versionen von Puls-, Dreieck-, Sägezahn- und Sinuswellen kreiert und Unison- und Sub-Oszillator-Fähigkeiten bietet. Er basiert auf dem differenzierten polynomialen Wellenform Algorithmus, aus dieser Arbeit.

Die drei Parameter mit den Bezeichnungen Sawtooth, Pulse und Triangle steuern relative Mischungen dieser Wellenformen, während der Parameter Width” die Pulsbreite für die Pulswelle steuert. Sync gleicht die Tonhöhe des Oszillators mit der Tonhöhe des internen Referenzoszillators ab und setzt gleichzeitig die Phase des Hauptoszillators auf die Phase des Referenzoszillators zurück, um typische Hard-Sync-Effekte zu erzielen. Die Unison-Steuerungen funktionieren wie bei anderen Surge-Oszillatoren.

Sawtooth Amplitude der Sägezahnwellenform. -100 .. 100 %
Pulse Amplitude der Pulswellenform. -100 .. 100 %
Triangle, Sine, Square Amplitude der dritten Wellenform, kann mit der rechten Maustaste angeklickt werden (weitere Informationen siehe unterhalb dieser Parameterliste). -100 .. 100 %
Width Tastgrad der Pulswelle 0 .. 100 %
Sync Oszillator-Hartsynchronisation 0..60 Halbtöne
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 … 100 Cent
0 … 1200 Cent
0 … 16 Hz
0 … 192 Hz
 
Unison Voices Anzahl der Oszillatoren, die für Unison verwendet werden (1 = Unison deaktiviert). 1 .. 16

Dritter Wellenform Parameter

Der dritte Wellenform-Parameter (standardmäßig mit “Triangle” beschriftet) ist insofern besonders, als er mehrere Wellenformoptionen haben kann. Wenn Sie mit der rechten Maustaste darauf klicken, können Sie sehen dass er eine Dreieckswelle, eine Sinuswelle oder eine Rechteckwelle erzeugen kann. Dieses Steuerelement kann auch zu einem Suboszillator werden, der mit der halben Frequenz der anderen beiden Wellenformen spielt. Im Sub-Oszillator-Modus nimmt die dritte Wellenform nicht am Unison teil. Zum Schluss, gibt es auch eine Option für den Sub-Oszillator, die harte Synchronisation gegen den internen Referenzoszillator, zu umgehen.


Wavetable

Eine Wavetable in Surge besteht aus bis zu 4096 Einzeltakt-Wellenformen. Mit dem Parameter Morph ist es möglich, durch die Wellenformen in der Wavetable zu sweepen.

Die einzelnen Wellen sind in der Tabelle äquidistant. Wenn die Shape Einstellung zwischen zwei Einzelwellen liegt, werden sie gemischt, um einen sanften Übergang zu gewährleisten. Sie können den Inhalt der Wavetable nicht direkt in Surge bearbeiten, aber es ist möglich, eigene Wavetables mit externer Software zu erzeugen.

Surge kann auch Wavetables importieren, die einen clm-Block zur Angabe der Loop-Größe enthalten (wie er von Serum verwendet wird), einen cue-Block (wie er von verschiedenen Produkten einschließlich Native Instruments verwendet wird) und einen smpl-Block. Wavetable-Dateien ohne Loop-Informationen werden als One-Shots geladen.

Dadurch können Sie effektiv verschiedene Wavetables von anderen Produkten wie Serum importieren. Alle diese Wavetables von Drittanbietern, die in Surge getestet wurden, funktionieren laut Berichten einwandfrei.

Um eigene Wavetables zu importieren, verwenden Sie die Wavetable-Auswahlleiste am unteren Rand der Oszillatoranzeige. Von hier aus können Sie auch zusätzliche Wavetable-Inhalte herunterladen.

Alternativ können Sie auch einfach eine beliebige kompatible Wavetable-Datei per Drag & Drop über die Surge-Oberfläche ziehen um sie zu laden.

Sie können sogar Ihre eigenen Wavetables für Surge mit wt-tool oder WaveEdit erstellen.

Sobald ein Wavetable geladen ist, können Sie sie auch über die Wavetable-Auswahlleiste exportieren.

Durch Modulation des Parameters Morph ist es dann möglich, Bewegung zu erzeugen, dynamische Reaktion auf das Spiel und klangliche Variation. Wenn Sie einen genauen Frame auswählen möchten, ziehen Sie den Slider bei gedrückter Strg/Cmd Taste, wodurch Sie auf exakte Werte in der Tabelle einrasten können, was z.B. beim Umschalten zwischen verschiedenen Formen nützlich ist.

Welche reale Eigenschaft, wenn überhaupt, der Morph-Parameter spiegeln soll, hängt vom jeweiligen Wavetable ab. Häufige Fälle sind:

  • Analysiert von Klängen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Das Verhalten kann nachgebildet werden, indem die Form über die Zeit durch Modulation ansteigen gelassen wird. Es ist der häufigste unter den analysierten Wavetables.
  • Analysiert von statischen Klängen über verschiedene Tonhöhen zur Erfassung der Formantverschiebung eines Klangs. Das Verhalten kann nachgebildet werden durch die Modulation der Formantverschiebung durch die Keytrack Modsource.
  • Ein Parameter einer mathematischen Gleichung.

Am Ende ist es nur ein Datensatz und Surge ist es egal, wie er erzeugt wurde, wichtig ist nur, wie sie klingen.

Der Wave-Table-Oszillator hat einige interessante klangliche Eigenschaften. Er gibt die Wellenform treppenförmig aus, ohne dabei zu versuchen, die Stufen zu glätten, sondern tut dies auf eine Art und Weise, die vollständig bandlimitiert ist. Dadurch klingt er ähnlich wie 80er Wavetable-Synths und Sampler, die kein Resampling verwendeten, sondern D/A-Wandler für jede Stimme hatten und die Tonhöhe durch Variation der Samplefrequenz der einzelnen D/A-Wandler veränderten.

Die Tatsache, dass die Schritte nicht geglättet werden, verursacht ein Artefakt, das als harmonisches Aliasing bekannt ist. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem inharmonischen Aliasing welches sich anhört wie ein AM-Radio, das gerade eingestellt wird, eher garstig. Stattdessen bewirkt dieses Artefakt, dass sich die Oberwellen der Wellenform wiederholen und das gesamte hörbare Spektrum ausfüllen, genau wie bei einer Rechteckwelle, was verhindert, dass die Wellenform dumpf klingt. Da dieses Artefakt vollständig harmonisch ist, ist es auch musikalisch ansprechend. Dennoch kann es bei sehr glatten Wellenformen etwas deplatziert klingen, der Effekt kann jedoch durch einen Tiefpassfilter im Filterblock herausgefiltert werden, falls gewünscht. Einige der Wavetable, wie z.B. die Regular-Triangle-Wave, sind groß genug, sodass dieses Artefakt genau aus diesem Grund nie im normalerweise verwendeten Bereich auftritt.

Wichtig ist, dass er, wie die meisten anderen Oszillatoren in Surge, keinerlei inharmonisches Aliasing oder hörbares Interpolationsrauschen hinzufügt, zwei Artefakte, die eine große Rolle darin gespielt haben digitalen Synthesizern einen schlechten Ruf zu verpassen.

Für weitere Informationen können Sie diesen Artikel im Surge Wiki lesen.

Für Entwickler und fortgeschrittene Anwender:
Es gibt eine Referenz für das .wt-Dateiformat, das von den Wavetables verwendet wird. Sie befindet sich unter: surgedata/wavetables/wt fileformat.txt


Morph Interpoliert zwischen Wavetable Frames. 0% = erstes Frame, 100% = letztes Frame 0 .. 100 %
Skew Vertikal Vertikale Schräglage der Wellenform -100 .. 100 %
Saturate Sanfte Sättigung der Wellenform 0 .. 100 %
Formant Komprimiert die Wellenform zeitlich, behält aber die Zykluszeit bei 0 … 60 Halbtöne
Skew Horizontal Horizontale Schräglage der Wellenform -100 .. 100 %
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 … 100 Cent
0 … 1200 Cent
0 … 16 Hz
0 … 192 Hz
 
Unison Voices Anzahl der für Unison verwendeten Oszillatoren. 1 = deaktiviert 1 .. 16


Window

Der Window-Oszillator ist ein weiterer Versuch der Wavetable Synthese, die sich von dem vorherigen Wavetable-Algorithmus unterscheidet.

Die Welle, die jede in Surge enthaltene Wellenform sein kann, wird mit einer zweiten Wellenform, dem Fenster, multipliziert, was eine von 9 Wellenformen sein kann, die speziell für den Window-Oszillator gemacht sind. Der Formant Parameter steuert die Tonhöhe der Welle unabhängig vom Fenster, aber da die Welle immer mit dem Fenster neu gestartet wird, bleibt die Tonhöhe gleich. Stattdessen ändert sich das Timbre des Klangs sehr stark, je nachdem, welches Fenster gewählt ist.

Im Gegensatz zum Wavetable-Algorithmus verwendet der Window-Oszillator einen eher traditionellen Resampling-Ansatz, der nicht zu harmonischem Aliasing führt.

Morph Wählt ein Frame vom Wavetable, ohne Interpolierung. 0% = erstes Frame, 100% = letztes Frame 0 .. 100 %
Formant Ändert Tonhöhe des Wavetableframes unabhängig von der Tonhöhe des Fensters -60 .. 60 Halbtöne
Window Wählt die Wellenform für das Ampltuden-Fenster. Triangle, Cosine, Blend 1, Blend 2, Blend 3,
Sawtooth, Sine, Square, Rectangle
Low Cut Grenzfrequenz des integrierten Hochpassfilters.
Muss in seinem Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
High Cut Grenzfrequenz des integrierten Tiefpassfilters.
Muss in dessen Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 .. 100 Cent
0 .. 1200 Cent
0 .. 16 Hz
0 .. 192 Hz
Unison Voices Anzahl der für Unison verwendeten Oszillatoren. 1 = deaktiviert 1 .. 16


Sine

Wenig überraschend erzeugt der Sine-Oszillator eine Sinuswelle. Es gibt jedoch noch eine Reihe weiterer interessanter Dinge die er kann!

Shape Zahlreiche Sinus Varianten durch Quadrantenmaskierung, Verschiebung und Frequenzverdopplung 1 .. 28
Feedback FM-Rückkopplungsanteil
Kann erweitert werden.
-100 .. 100 %
-400 .. 400 %
FM-Behavior Wählt, ob sich FM wie Surge 1.6.1.1 und früher oder konsistent mit FM2/3 Oszillatoren verhält. Legacy (before v1.6.2),
Consistent with FM2/3
Low Cut Grenzfrequenz des integrierten Hochpassfilters.
Muss in seinem Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
High Cut Grenzfrequenz des integrierten Tiefpassfilters.
Muss in dessen Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 .. 100 Cent
0 .. 1200 Cent
0 .. 16 Hz
0 .. 192 Hz
Unison Voices Anzahl der für Unison verwendeten Oszillatoren, 1 = deaktiviert. 1 .. 16


FM2

FM2-Modulationsmatrix

FM2 bietet eine Miniatur-FM-Synthesizer-Stimme in einem Oszillator, der speziell darauf zugeschnitten ist, schöne und musikalische FM-Klänge zu erzeugen. Ein einzelner Sinusträger wird von zwei Sinusmodulatoren moduliert, deren Verhältnis zum Träger immer ganzzahlig sind, so dass die resultierende Wellenform immer zyklisch ist. Mit M1/2 Offset können Sie die Modulatoren jedoch leicht absolut versetzen, wodurch ein sich entwickelnder und angenehmer Verstimmungseffekt entsteht.

M1 Amount Modulationsbetrag des ersten Modulators 0 .. 100 %
M1 Ratio Verhältnis des ersten Modulators zum Träger 1 .. 32
M2 Amount Modulationsbetrag des zweiten Modulators 0 .. 100 %
M2 Ratio Verhältnis des zweiten Modulators zum Träger 1 .. 32
M1/2 Offset Absolute Verstimmung der Modulatoren
Kann erweitert werden.
-10 .. 10 Hz
-1000 .. 1000 Hz
M1/2 Phase Ändert die Anfangsphase der Modulatoren, um unterschiedliche Variationen der Wellenform zu erhalten. 0 .. 100 %
Feedback Modulationsbetrag des Trägers zu sich selbst
Kann erweitert werden.
-400 .. 400 %
-100 .. 100 %


FM3

FM3 Modulationsmatrix

Im Gegensatz zu FM2 ist FM3 der Algorithmus der Wahl zum Abkratzen der Farbe von den Wänden. Die Modulatoren haben einen größeren Bereich, die Verhältnisse können Non-Integer sein und es gibt einen dritten Modulator, dessen Rate als absolute Frequenz gesetzt ist.

M1 Amount Modulationsanteil des ersten Modulators 0 .. 100 %
M1 Ratio Verhältnis des ersten Modulators zum Träger, kann entweder erweitert oder absolut sein. 0.0 .. 32.00
1/32.0 .. 32.0
~ 8 Hz .. 24 kHz
M2 Amount Modulationsanteil des zweiten Modulators 0 .. 100 %
M2 Ratio Verhältnis des zweiten Modulators zum Träger, kann entweder erweitert oder absolut sein. 0.0 .. 32.00
1/32.0 .. 32.0
~ 8 Hz .. 24 kHz
M3 Amount Modulationsanteil des dritten Modulators 0 .. 100 %
M3 Frequenz Frequenz des dritten Modulators ~ 14 Hz .. 25 kHz
Feedback Modulationsbetrag des Trägers zu sich selbst
Erweiterter Modus (Standard) kann deaktiviert werden.
-400 .. 400 %
-100 .. 100 %


String

Der String-Oszillator verwendet eine physikalische Modellierungstechnik, bei der Anregungsquellen in eine abgestimmte Delay-Line mit Rückkopplung geschickt werden, mit verschiedenen Filtern inline (basierend auf dem ursprünglichen Karplus-Strong-Algorithmus). Der Oszillator führt zwei Saiten an, die gegeneinander verstimmt und individuell bedämpft werden können.

Um das Modell zum Klingen zu bringen, müssen Sie es anregen. Wir haben zwei Klassen der Anregungsmodi, Burst und Constant. Im Burst-Modus wird die Delay-Line bevor eine Note gespielt wird mit einem Pattern geladen, und dann dem Oszillator kein weiteres Signal hinzugefügt. Stellen Sie sich dies als Emulation einer gezupften Saite vor. Im Constant-Modus wird die Delay-Line auch vorgeladen, aber das Signal wird weiterhin angewendet solange die Taste gehalten wird. Stellen Sie sich dies als Emulation gestrichener Modi vor. In fast allen Fällen werden die Continuous-Modi in Verbindung mit einer Modulation des Exciter Level Parameters verwendet um Bogenandruck zu emulieren.

Die Anregungsmodi stellen zahlreiche Wellenformen zur Verfügung - noise, pink noise, ramp, usw… -, mit denen Sie die Saite anregen können,
was zu verschiedenen Timbres führt. Der Audioeingang von Surge kann auch als Exciter Signal genutzt werden.

Exciter Bestimmt Modus und Wellenform, die zur Anregung der Saite verwendet werden Burst, Constant
Exciter Level Bestimmt, wie stark die Saite angeregt wird. -100 .. 100 %
String 1 Decay Bestimmt die Abklingzeit der ersten Saite. -100 .. 100 %
String 2 Decay Bestimmt die Abklingzeit der zweiten Saite. -100 .. 100 %
String 2 Detune Ändert die Stimmung der zweiten Saite.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
-100 .. 100 Cent
-1200 .. 1200 Cent
-16 .. 16 Hz
-192 .. 192 Hz
String Balance Mischungsregler zwischen den beiden Saiten. -100 .. 100%
Stiffness Fügt Tiefpass- (links) und Hochpassfilter (rechts) im Feedback Loop hinzu, was zahlreiche Level der Steifigkeit der Saite emuliert. Führt zu inharmonischen Timbres an den Extremen. -100 .. 100%


Twist

Dieser Oszillator importiert einen recht berühmten Eurorack-Makro-Oszillator in Surge basierend auf Émilie Gillets Gerät. Sie können das Handbuch für das Hardware-Modul, auf dem dieser Oszillator basiert hier lesen.

Diese Implementierung stellt alle 16 Oszillator-Modi dar, die Regler benennen sich passend zum Modell, dynamisch um. Die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Hardware-Modul und der Implementierung sind:

  1. Standardmäßig ist der LPG im Modul deaktiviert, aber durch Aktivieren der LPG-Pegel- und -Abklingregler (mittels Rechtsklick und Activate), wird der LPG pro Stimme für jede empfangene MIDI Note getriggert.

  2. In der Grundeinstellung können Sie zischen dem Haupt- und dem Aux-Oszillator-Ausgang mit einem “Mix”-Regler mischen. Sie können auch mit Rechts auf den Mix Parameter klicken und die Pan main and auxiliary signals Option wählen wodurch der -100%-Wert Main nach links/Aux nach rects darstellt, der +100%-Wert Main nach rechts/Aux nach links, und der 0% eine gleichmäßige Mischung beider Signale die zu links und Rechts gesendet werden. Dies ist nur hörbar in einem der Stereo-Filter-Algorithmen.

Der Twist-Oszillator kann mehr CPU-Leistung erfordern als die meisten der anderen Surge-Oszillator-Algorithmen. Der vernünftige Einsatz des Maximum-Polyphony-Settings und ein vorsichtiger Umgang mit Amp-EG Release-Werten können einiges bringen die CPU Belastung zu minimieren und somit robuste Patches zu erstellen.


Alias

Der Alias-Oszillator ignoriert absichtlich einige Jahrzehnte der Forschung zur Erzeugung digitaler Signale mit geringem oder keinem Aliasing und macht all die Dinge, die man nicht tun sollte, so dass es absichtlich digital, grob, kaputt, schrecklich und dennoch großartig klingt.

Shape Setzt die Form der Oszillator-Wellenform Siehe Erläuterungen unten
Wrap Verzerrt die Wellenform, indem es sie verstärkt und dann von der anderen Seite her umschlägt, anstatt sie hart zu clippen -100 .. 100 %
Mask Setzt eine 8-bit Bitmaske, die auf die Wellenform angewendet wird -100 .. 100 %
Threshold Bestimmt den Wendepunkt der Wellenform (Ramp),Tastgrad (Puls) oder Wavetable-Ausleseoffset (Andere) der Wellenform. -100 .. 100 %
Bitcrush Stellt den Grad des auf die Wellenform angewendeten Bitcrushing ein 1.00 .. 8.00 Bits
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 .. 100 Cent
0 .. 1200 Cent
0 .. 16 Hz
0 .. 192 Hz
Unison Voices Anzahl der für Unison verwendeten Oszillatoren, 1 = deaktiviert. 1 .. 16

Shape

Der Shape-Parameter (in Form eines Menüs) ist sehr wichtig und sollte genauer erklärt werden, da er es Ihnen ermöglicht, die für den Alias-Algorithmus verwendeten Quelle zu wählen.

Neben den regulären Shapes (wie Sine, Ramp, Pulse und Noise) kann auch der Audioeingang von Surge verwendet werden.

Weitergehend gibt es Additive, was Ihnen erlaubt, die Wellenform mittels Änderung der Amplituden von bis zu 16 Obertönen zu verändern, zugänglich durch Klicken auf die Schaltfläche “Edit”, die in diesem Modus erscheint:

Dieser Editor arbeitet ähnlich wie der Step-Sequenzer-Editor, allerdings gibt es einige zusätzliche Optionen wenn Sie mit der rechten Maustaste in dieses Fenster klicken:

  • Shapes - Teilweise Pegelvoreinstellungen, die grob verschiedene Wellenformen darstellen, einschließlich einer Zufallsoption.
  • Absolute - Setzt den Pegel aller Teiltöne in den positiven Bereich.
  • Invert - Spiegelt die Teilpegel vertikal.
  • Reverse - Spiegelt die Teilebenen horizontal.

Zusätzlich können Sie Quadrant Shaping Wellenformen als Quelle Verwenden, wie sie auch im Sine-Oszillator zu finden sind.

Schließlich gibt es noch zahlreiche Memory from… Optionen:

  • This alias instance - Erzeugt eine Wellenform basierend auf dem Lesen des Speichers, der mit der derzeit ausgewählten Alias-Instanz zusammen hängt.
  • Oscillator Data - Erzeugt eine Wellenform basierend auf dem Lesen des Speichers, der mit den allgemeinen Oszillatordaten zusammen hängt.
  • Step Sequencer Data - Erzeugt eine Wellenform basierend auf dem Lesen des Speichers, der mit Step Sequencer Daten zusammen hängt.
  • Scene Data - Erzeugt eine Wellenform basierend auf dem Lesen des Speichers, der mit den allgemeinen Szenendaten zusammen hängt.
  • DAW Chunk Data - Erzeugt eine Wellenform basierend auf dem Lesen des Speichers, der mit den DAW Chunk-Daten zusammen hängt.

Hinweis: Wenn Sie Memory From… als Quelle verwenden, können wir nicht garantieren, dass die resultierende Wellenform konsistent sein wird, da die Speicherdaten in Dingen variieren können: von Session zu Session, der verwendeten DAW, der jeweiligen Surge-Instanz, dem Neustart Ihres Rechners und so weiter. Daher ist es eine gute Praxis, die Audioausgabe von Surge aufzuzeichnen und dann zu bouncen, wenn Sie diese Form verwenden. Sie kennen ja sicherlich das Sprichwort: “If you like it, you should … mic it.”


S&H Noise

S&H ist eine Abkürzung für ‘Sample and Hold’. Der S&H-Noise-Oszillator-Algorithmus arbeitet wie ein Pulsoszillator, aber anstatt immer zwischen +1 und -1 zu wechseln, werden die verwendeten Pegel stochastisch bestimmt.

Die Korrelationsparameter bestimmen, wie die neuen Pegel berechnet werden. Eine Einstellung von 0 % hat keinen Speicher und jeder neue Pegel wird effektiv eine Zufallszahl (weißes Rauschen). Eine niedrigere Einstellung bevorzugt neue Werte, die näher am vorherigen Pegel liegen und ein Rauschen mit einem dunkleren Spektrum. Höhere Werte bevorzugen Werte, die so weit wie möglich vom vorherigen Wert entfernt sind, wobei 100% zu einer harmonischen Pulswelle führt.

Correlation Rauschkorrelation. 0% = weißes Rauschen, 100% = Puls -100 .. 100 %
Width Tastgrad des Oszillators 0 .. 100 %
Low Cut Grenzfrequenz des integrierten Oszillator-Hochpassfilters.
Muss in seinem Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
High Cut Grenzfrequenz des integrierten Oszillator-Tiefpassfilters.
Muss in seinem Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
Sync Oszillator-Hartsynchronisation 0..60 Halbtöne
Unison Detune Stimmung der Unison-Oszillatoren.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 .. 100 Cent
0 .. 1200 Cent
0 .. 16 Hz
0 .. 192 Hz
Unison Voices Anzahl der für Unison verwendeten Oszillatoren. 1 = deaktiviert 1 .. 16


Audio Input

Mit dem Audioeingang können Sie externe Audiosignale in die Voice-Architektur von Surge routen. Außerdem können Sie damit die Audioausgabe von Szene A in Szene B leiten.

Audio In L/R Channel Wählt aus, welcher externe Eingang verwendet wird. -100 % = links, 0 % = beide (Stereo), 100 % = rechts. -100 .. 100 %
Audio In Gain Externe Eingangsverstärkung in dB. 48 .. +48 dB
Scene A L/R Channel1 Wählt, welcher Eingang von Szene A verwendet wird. -100% = links, 0% = beide (Stereo), 100% = rechts. -100 .. 100%
Szene A Gain1 Szene A Eingangsverstärkung in dB. 48 .. +48 dB
Audio In<>Scene A Mix1 Überblendregler zwischen dem externen Audioeingangssignal und dem Ausgang von Scene A. -100 .. +100%
Low Cut Grenzfrequenz des integrierten Oszillator-Hochpassfilters.
Muss in seinem Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz
High Cut Grenzfrequenz des integrierten Oszillator-Tiefpassfilters.
Muss in seinem Kontextmenü aktiviert werden, um zu wirken.
13.75 .. 25087.71 Hz

1 Nur in Szene B verfügbar

Hinweis: Wenn Sie den Oszillatortyp “Audio Input” in Szene B verwenden, um Audio von Szene A zu erhalten, kann es sinnvoll sein den den Play-Mode auf Latch einstellen. Auf diese Weise wird Szene B immer getriggert.

Für weitere Informationen und mögliche Anwendungen lesen Sie bitte diesen Artikel im Surge Wiki.



Filteralgorithmen

Es stehen mehrere Filteralgorithmen für jede der 2 Filtereinheiten im Filterblock zur Verfügung. Jeder der Algorithmen hat verschiedene Untertypen, die ihren Klang verändern.

Einige der Filter-(Unter-)typen haben einige nichtlineare Elemente in sich um ihnen eine stabile und vorhersagbare Selbstoszillation zu ermöglichen. Das heißt, sie klingen unterschiedlich, je nachdem, wie stark sie angesteuert werden. Dies lässt sich bequem mit der Pre-Filter Gain-Einstellung im Mixer steuern. Wenn zum Beispiel die Resonanzspitzen eines Filters zu laut sind, erhöhen Sie die Vorfilter-Verstärkung, um den Rest des Signals dominanter zu machen (und verringern Sie gegebenenfalls die Verstärkung an der Ausgangsstufe der Stimme, um dies zu kompensieren).

Filter in Surge sind in die folgenden Kategorien unterteilt:

  • Lowpass Filter
  • Highpass Filter
  • Bandpass Filter
  • Notch Filter
  • Effect Filter

Filter-Modelle


12 dB - 2-poliger Filter. Erhältlich in den Ausführungen Lowpass, Highpass, Bandpass und Notch.

24 dB - 4-poliger Filter. Erhältlich in den Ausführungen Lowpass, Highpass, Bandpass und Notch.

Untertypen für 12 dB und 24 dB:

  1. Clean - sauber mit starker Resonanz, fähig zur Selbstoszillation. Behandelt das Einschwingverhalten extrem gut.
  2. Driven - brustbetonter, etwas verzerrter Klang mit einer eher zurückhaltenden Resonanz. Fähig zur Selbstoszillation.
  3. Smooth - der sanfteste Subtyp, fähig zu einer niedrigeren Resonanz als die anderen, was geeignet ist, wenn der Klang des Filters nicht auffallen, sondern nur einen Teil des Spektrums abschwächen soll.


Legacy Ladder - 4-poliger Ladder-Filter. Dies ist der ursprüngliche und ältere Ladder-Filter von Surge. Er hat eine stabile Selbstoszillation und beansprucht weniger CPU als der neuere Vintage Ladder-Filter. Erhältlich in der Ausführung Lowpass.

Untertypen:

  1. 6 dB - Ausgang abgegriffen von der 1.Stufe (1-polig).
  2. 12 dB - Ausgang abgegriffen von der 2.Stufe (2-polig).
  3. 18 dB - Ausgang abgegriffen von der 3.Stufe (3-polig).
  4. 24 dB - Ausgang abgegriffen von der 4.Stufe (4-polig).


Vintage Ladder - 4-poliger Ladder-Filter. Dies ist ein neuerer, genauerer und oft besser klingender Ladder-Filter. Er hat auch eine stabile Selbstoszillation, beansprucht die CPU aber mehr als der ältere Legacy Ladder-Filter. Erhältlich in der Ausführung Lowpass.

Untertypen:

  1. Typ 1 - Imitiert einen Moog-Resonanzfilter durch numerische Runge-Kutta-Integration einer Differentialgleichung, was die Dynamik der Schaltung näherungsweise beschreibt.
  2. Typ 1 Compensated - Verstärkungskompensierte Version von Typ 1.
  3. Typ 2 - Moog Ladder-Filter, der auf der Arbeit von Smith und Stilson aus der Arbeit von Antti Huovilainen aufbaut.
  4. Typ 2 Compensated - Verstärkungskompensierte Version von Typ 2.

Danke an @ddiakopoulos für die Aufrechterhaltung dieser sehr nützlichen Repository of Research and Code, welche die von uns implementierten Modelle stark beeinflusst hat.


K35 - 12 dB/Oktave-Filter aus dem Odin 2 Synthesizer, inspiriert von der Korg MS-20 Filtertopologie. Mit zunehmender Resonanz klingen sie dreckiger und aggressiver. Erhältlich in den Typen Lowpass und Highpass.

Untertypen:

  1. No Saturation
  2. Mild Saturation
  3. Moderate Saturation
  4. Heavy Saturation
  5. Extreme Saturation

Vielen Dank an @TheWaveWarden, dass wir die K35-Filter von Odin 2 in Surge implementieren durften. Sie können Odin 2 hier herunterladen, oder den Code hier lesen.


Diode Ladder - 4-poliger Diode-Ladder-Filter aus dem Odin 2 Synthesizer mit individuell abgegriffenen Polausgängen. Dieser Filter versucht, den Klang eines Ladder-Filters zu modellieren, welcher Dioden anstelle von Transistoren verwendet. Dieser Filter schwingt ohne Feedback nicht selbst. Verfügbar in der Ausführung Lowpass.

Untertypen:

  1. 6 dB - Ausgang abgegriffen von der 1.Stufe (1-polig).
  2. 12 dB - Ausgang abgegriffen von der 2.Stufe (2-polig).
  3. 18 dB - Ausgang abgegriffen von der 3.Stufe (3-polig).
  4. 24 dB - Ausgang abgegriffen von der 4.Stufe (4-polig).

Vielen Dank an @TheWaveWarden für die Erlaubnis, Diode-Ladder-Filter von Odin 2 in Surge zu implementieren. Sie können Odin 2 hier herunterladen, oder den Code hier lesen.


OB-Xd 12dB - 12dB-Filter aus dem OB-Xd Synthesizer von discoDSP und aus der Arbeit von Vadim Filatov, die auf den Filtern des Oberheim OB-Xa basieren. Verfügbar in den Typen Lowpass, Highpass, Bandpass und Notch.

Untertypen:

  1. Standard - Standard-Filterverhalten.
  2. Pushed - Fügt verstärkte Nichtlinearitäten hinzu, die das Filter bei hohen Resonanzwerten in eine stärkere Selbstoszillation treiben.

Vielen Dank an discoDSP, dass wir die Filter des OB-Xd in Surge implementieren durften. Sie können OB-Xd hier beziehen, oder hier den Quelltext lesen.


OB-Xd 24dB - 24dB-Filter aus dem OB-Xd-Synthesizer von discoDSP und aus der Arbeit von Vadim Filatov, die auf den Filtern des Oberheim OB-Xa basieren. Erhältlich in der Ausführung Lowpass.

Untertypen:

  1. 6 dB - Ausgang abgegriffen von der 1.Stufe (1-polig).
  2. 12 dB - Ausgang abgegriffen von der 2.Stufe (2-polig).
  3. 18 dB - Ausgang abgegriffen von der 3.Stufe (3-polig).
  4. 24 dB - Ausgang abgegriffen von der 4.Stufe (4-polig).

Vielen Dank an discoDSP, dass wir die Filter des OB-Xd in Surge implementieren durften. Sie können OB-Xd hier beziehen, oder den Quelltext hier lesen.


Cutoff Warp - 12dB/Oktave-Filter, die mit einer nichtlinearen Biquad-Filterstruktur erstellt wurden. Die Nichtlinearitäten im Cutoff-Warp-Filter bewirken, dass die Cutoff-Frequenz bei steigendem Signalpegel zu höheren Frequenzen wandert (siehe unten). Verfügbar in den Typen Lowpass, Highpass, Bandpass, Notch und Allpass (Effect).

Weitere Informationen zum Cutoff-Warp-Filter finden Sie in diesem Blog-Beitrag von Jatin Chowdhury oder in diesem DAFx-Beitrag aus dem Jahr 2020, insbesondere in Abschnitt 4.

Resonance Warp - 12dB/Oktave-Filter, die mit einer nichtlinearen Biquad-Filterstruktur erstellt werden. Die Nichtlinearitäten im Resonance Warp-Filter bewirken, dass die Resonanz des Filters mit steigendem Signalpegel abnimmt (siehe unten). Verfügbar in den Typen Lowpass, Highpass, Bandpass, Notch und Allpass (Effect).

Weitere Informationen zum Cutoff-Warp-Filter finden Sie in diesem Blog-Beitrag von Jatin Chowdhury oder in diesem DAFx-Beitrag aus dem Jahr 2020, insbesondere in Abschnitt 3.

Untertypen für Cutoff Warp und Resonance Warp:

  1. 1 Stufe tanh - Ausgang der 1. Stufe (2-polig), unter Verwendung von “tanh”-Nichtlinearitäten.
  2. 2 Stufen tanh - Ausgang der 2. Stufe (4-polig), unter Verwendung von “tanh”-Nichtlinearitäten.
  3. 3 Stufen tanh - Ausgang der 3. Stufe (6-polig), unter Verwendung von “tanh”-Nichtlinearitäten.
  4. 4 Stufen tanh - Ausgang der 4. Stufe (8-polig), unter Verwendung von “tanh”-Nichtlinearitäten.
  5. 1 Stufe Soft-Clip - Ausgang der 1. Stufe (2-polig), unter Verwendung von Soft-Clipping-Nichtlinearitäten.
  6. 2 Stufen Soft-Clip - Ausgang der 2. Stufe (4-polig), unter Verwendung von Soft-Clipping-Nichtlinearitäten.
  7. 3 Stufen Soft-Clip - Ausgang der 3. Stufe (6-polig), unter Verwendung von Soft-Clipping-Nichtlinearitäten.
  8. 4 Stufen Soft-Clip - Ausgang der 4. Stufe (8-polig) unter Verwendung von Soft-Clipping-Nichtlinearitäten.
  9. 1 Stufe OJD - Ausgang der 1. Stufe (2-polig), unter Verwendung von OJD-Nichtlinearitäten.
  10. 2 Stufen OJD - Ausgang der 2. Stufe (4-polig), unter Verwendung von OJD-Nichtlinearitäten.
  11. 3 Stufen OJD - Ausgang der 3. Stufe (6-polig) unter Verwendung von OJD-Nichtlinearitäten.
  12. 4 Stufen OJD - Ausgang der 4. Stufe (8-polig), unter Verwendung von OJD-Nichtlinearitäten.


Allpass - Wie der Name schon sagt, reicht dieser Filter alle Frequenzen bei gleichbleibender Verstärkung durch. Er ist jedoch nützlich, um die Phasenbeziehung im Spektrum zu verändern. Sofern kein Feedback im Spiel ist, ist seine Wirkung am besten zu hören, wenn die Cutoff-Frequenz in Bewegung ist. Daher kann Modulation verwendet werden, um interessante Ergebnisse zu erzielen.

Allpass finden Sie unter der Kategorie Effect.


Comb + und Comb - - Kammfilter, der sich von den vorherigen Filtertypen unterscheidet, da er nicht einen Teil des Spektrums filtert, sondern stattdessen das Originalsignal mit einer Verzögerung wiedergibt. Der erste Typ hat positive Rückkopplung und der zweite Typ hat eine negative Rückkopplung.

Untertypen:

  1. 50% Wet
  2. 100% Wet

Wenn der Subtyp auf 2 und die Resonanz auf 0% eingestellt ist, arbeitet der Kammfilter als reine Verzögerungseinheit (mit Sub-Sample Genauigkeit). Dies kann gemeinsam mit der anderen Filtereinheit und mit Filter-Block-Feedback genutzt werden um interessante Möglichkeiten bereit zu stellen. Die Presets “Winds/Clarinet” und “Plucks/Simple Waveguide” zeigen, wie diese Fähigkeit für einfache physikalische Modellierungen genutzt werden kann. Sie verwenden nur die Oszillator-Sektion, um den Sound zu entfachen, der Rest passiert im Filterblock.

Außerdem erzeugt der negative Kammfilter den Klang eine Oktave tiefer als der positive Kammfilter.

Comb + und Comb - sind in der Kategorie Effect zu finden.


Sample & Hold - Das Sample & Hold-Modul sampelt den Ton mit der durch die Cutoff-Frequenz festgelegten Rate. Die Resonanz betont die Schwingungen um die Grenzfrequenz, nicht unähnlich der Resonanzspitze eines Tiefpassfilters.

Sample & Hold ist in der Kategorie Effect zu finden.



Effekt-Algorithmen

Surge hat 8 Effekteinheiten, von denen jede eine der 10 bereitgestellten Algorithmen ausführen kann


EQ

Die EQ-Einheit bietet 3 Bänder eines vollparametrischen Equalizers. Dieser hochwertige Algorithmus hat ein viel besseres Ansprechverhalten bei hohen Frequenzen als es digitale Equalizer normalerweise haben.

Band 1/2/3
Gain
Bandverstärkung, abschaltbar -48 .. +48 dB
Band 1/2/3
Freq
Bandfrequenz 14Hz .. 25kHz
Band 1/2/3
Bandwith
Bandbandbreite 0 .. 5 Oktaven
Output gain Verstärkungsregler -48 .. +48 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal 0 .. 100 %


Exciter

Exciter ist ein harmonischer Exciter, der auf dem berühmten Aphex Aural Exciter basiert. Weitere Informationen über die Entwicklung des Effekts finden Sie in diesem Blog Beitrag von Jatin Chowdhury.

Drive Steuert den Anteil der erzeugten Obertöne 0 .. 100 %
Tone Steuert die Tonbalance der erzeugten Obertöne 0 .. 100 %
Attack Steuert die Attack-Zeit der erzeugten Obertöne 5 .. 20 ms
Release Steuert die Release-Zeit der erzeugten Obertöne 50 .. 200 ms
Mix Steuert die Mischung von Wet- und Dry-Signalen 0 .. 100 %


Graphic EQ

Der Graphic EQ ist, wie der Name schon sagt, ein grafischer Equalizer. Er besteht aus 11 im Pegel einstellbaren und (über das Rechtsklick-Menü) deaktivierbaren Bändern, dadurch ist dieser Equalizer besser als der normale EQ in der Lage, relativ komplexe Frequenzgangkurven zu modellieren. Abgesehen von der Tatsache, dass es am unteren Rand der Oberfläche noch einen Regler für die Ausgangsverstärkung gibt, gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen.


Resonator

Der Resonator bietet sorgfältig abgestimmte Tiefpass-, Bandbass-, Bandpass + Notch- oder Hochpassfilter, jeweils mit einer individuellen Verstärkung und Resonanz. Standardmäßig lassen sich die Filter nicht in Eigenschwingung versetzen, aber wenn Sie mit der rechten Maustaste auf einen der drei Resonance Parameter klicken und Modulation extends into self oscillation aktivieren, können Modulationsquellen die Filter in eine Selbstoszillation treiben. In ähnlicher Weise sind die drei Resonanzbänder so eingestellt, dass sie Reichweiten einer berühmten Resonatorschaltung gleichen, können aber erweitert werden um eine größere Reichweite zu erlauben.

Frequeny 1/2/3 Frequenz des Filters für das erste, zweite oder dritte Band.
Kann erweitert werden.
60 … 300 Hz
60 … 7500 Hz
Resonance 1/2/3 Betrag der Resonanz für das erste, zweite oder dritte Band.
Modulation kann den Filter in die Selbstoszillation treiben,Auswahl über das Rechtsklickmenü.
0 .. 100 %
Gain 1/2/3 Erste, zweite oder dritte Bandverstärkung. -inf .. 0 dB
Mode Stellt den Filtertyp für den Resonator-Effekt ein. Lowpass, Bandpass, Bandpass+Notch, Highpass
Mix Steuert die Mischung von bearbeitetem und unbearbeitetem Signal. 0 .. 100 %


CHOW

Chow ist ein halbwellen-gleichrichtender Verzerrungseffekt, mit Reglern, ähnlich denen wie sie häufig in einem Kompressor gefunden werden. Der ursprüngliche Effekt wurde als Open-Source-Audio-Plugin von Jatin Chowdhury implementiert.

Threshold Steuert den Schwellenwert, bei dem die Gleichrichtung beginnt -96dB .. 0dB
Ratio Steuert den Betrag der Gleichrichtung 1:1 .. 1:20
Flip Schaltet das Ausgangssignal auf positiv oder negativ um Ein/Aus
Mix Steuert die Mischung von Wet- und Dry-Signal 0 .. 100 %


Distortion

Verzerrer-Algorithmus. Bietet eine Vielzahl von EQ-Optionen sowie eine Rückkopplungsschleife, um die Tonalität der Clipping-Stufe zu verändern.

Abbildung 21: Blockdiagramm des Distortion-Algorithmus

Abbildung 21: Blockdiagramm des Verzerrungsalgorithmus

Pre-EQ Gain/Freq/BW Parametrische EQ-Bandparameter vor der Clipping-Stufe,
Gain kann erweitert werden.
 
Pre-EQ High Cut High Cut Element vor der Clipping-Stufe,
14Hz .. 25kHz
 
Model Waveshaper, der für die Verzerrung verwendet wird Soft, Hard, Asymmetric, Sine, Digital
Drive Ansteuerung der Clipping-Stufe,
Kann erweitert werden.
-24 .. +24 dB
-120 .. 120 dB
 
Feedback Feedback-Schleife um die Clipping-Stufe,
-100 .. 100 %
 
Post-EQ Gain/Freq/BW Parametrische EQ-Bandparameter nach der Clipping-Stufe,
Gain kann erweitert werden.
 
Post-EQ High Cut High Cut Element vor der Clipping-Stufe 14Hz .. 25kHz
Output gain Ausgangsverstärkung -24 .. +24 dB


Neuron

Der Neuron-Effekt ist eine Audio-Effekt-Implementierung einer Gated Recurrent Unit (GRU), einem häufig verwendeten Baustein wiederkehrender neuronaler Netze.

Weitere Informationen über die Entwicklung des Neuron-Effekts finden Sie in diesem Blogbeitrag von Jatin Chowdhury.

Drive Der Wh  Koeffizient der GRU; steuert die Eingangsverstärkung des Hauptsignalwegs 0 .. 100 %
Squash Der Wf  Koeffizient; steuert die Eingangsverstärkung des Sidechain-Signalwegs 0 .. 100 %
Stab Der Uf  Koeffizient; steuert die Rückkopplungsverstärkung des Sidechain-Signalwegs 0 .. 100 %
Asymmetry Der Uh  Koeffizient; steuert die Rückkopplungsverstärkung des Hauptsignalwegs 0 .. 100 %
Bias Der bf  Koeffizient; steuert den Bias-Anteil des Sidechain-Signalwegs 0 .. 100 %
Comb
Freq
Steuert die Länge der Rückkopplungsverzögerung, die einen internen Kammfilter erzeugt 14Hz .. 25kHz
Comb
Separation
Steuert die Trennung zwischen den Kammfilterfrequenzen im linken und rechten Kanal -96 .. 96 Halbtöne
LFO
Wellenform/Rate/Depth
Steuert die Modulation der Kammfilterfrequenz  


Tape

Tape ist eine Portierung des Chow-Tape-Model-Bandemulationseffekts, einem physikalischen Echtzeitmodell einer analogen Bandmaschine. Das Modell enthält Parameter zur Steuerung der Bandverzerrung und -verschlechterung sowie physikalische Eigenschaften der Bandmaschine, wie z.B. Abspielkopfbreite oder Banddicke.

Das Original-Plugin ist auf GitHub zu finden, und die Details der Signalverarbeitung in diesem 2019 DAFx-Paper.

Drive Steuert die Verstärkung der Bandverzerrung 0 .. 100 %
Saturation Steuert den Grad der Bandsättigung 0 .. 100 %
Bias Steuert die Stärke der Bandverzerrung 0 .. 100 %
Ton Steuert die Tonbalance der Bandverzerrung -100 .. 100 %
Speed Steuert die Bandgeschwindigkeit 1 .. 50 ips
Gap Steuert die Breite des Abspielkopfspalts 0,1 .. 20 Mikrometer
Spacing Steuert den Abstand zwischen dem Band und dem Abspielkopf 0,1 .. 50 Mikrometer
Thickness Steuert die Banddicke 1 .. 50 Mikrometer
Depth Steuert die Tonbalance der Bandverzerrung 0 .. 100 %
Amount Steuert die Tonbalance der Bandverzerrung 0 .. 100 %
Variance Steuert die Tonbalance der Bandverzerrung 0 .. 100 %
Mix Steuert die Mischung von Wet- und Dry-Signal 0 .. 100 %


Combulator

Der Combulator-Effekt ist dem Resonator insofern ähnlich, als dass er ebenfalls aus drei Filterbändern besteht, jedoch verwendet dieser Algorithmus Kammfilter. Diese drei Filter sind auf einen Center-Pitch und zwei Offsets gestimmt, jeweils mit eigener Gain-Control während Comb 2 und 3 mit individuellem Pan daherkommen. Ein häufiger Anwendungsfall ist die Verwendung einer monophonen (scene-level) Modulationsquelle wie Highest Key zur Modulation der mittleren Tonhöhe. Die Schaltung implementiert einen Envelope Follower am Eingang und mischt Rauschen basierend auf dieser Hüllkurve und dem Parameter Extra Noise hinzu.

Extra Noise Steuert den Pegel des zusätzlichen Rauschens, welches den Kammfiltern hinzugefügt wird 0 .. 100 %
Center Master-Center-Pitch-Regler, verschiebt die drei Kammfilter gleichzeitig 0,5 .. 25087,71 Hz %
Offset 1/2 Steuert den Offset unabhängig für zwei der Kammfilter -60 .. 60 Halbtöne
Feedback Steuert die auf die Kammfilter angewendete Rückkopplungsmenge -100 .. 100 %
Tone Wendet Tiefpassfilterung (links) oder Hochpassfilterung (rechts) an -100 .. 100 %
Comb 1/2/3 Ausgangsverstärkung für jedes der Kammfilter -inf .. 0 dB
Pan 2/3 Unabhängige Ausgangspanorama-Regelung für zwei der Kammfilter -inf .. 0 dB
Mix Steuert die Mischung von Wet- und Dry-Signal 0 .. 100 %


Frequency Shifter

Frequenzverschiebungseffekt. Bietet eine Verzögerungseinheit und eine Rückkopplungsschleife, um aufeinanderfolgend verschobene, sich wiederholende Verzögerungen zu erzeugen.

Left Betrag der Frequenzverschiebung (in Hertz) für den linken Kanal,
kann erweitert werden
-10 .. 10 Hz
-1 .. 1 kHz
Right Betrag der Frequenzverschiebung (relativ zum linken Kanal) für den rechten Kanal -100 .. 100 %
Time Verzögerungszeit für das frequenzverschobene Signal. Kann tempo-synchronisiert werden. 0 .. 32 s
1/512 .. 16 ganze Noten
Feedback Rückkopplung um den Frequenzschieber und die Delay-Einheit. -inf .. 0 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. 0 .. 100 %


Nimbus

Der Nimbus-Effekt importiert den Granulartextur-Effekt aus dem Eurorack-Projekt von Émilie Gillet. Das Handbuch für das Hardware-Gerät, auf dem dieser Effekt basiert, finden Sie hier.

Die Beschriftungen und Bereiche des Effekts passen sich je nach Modus an, damit Sie den Effekt in Surge entsprechend verwenden können.


Ring Modulator

Flexibler Algorithmus zur Ringmodulation.

Shape Verwendete Form des Träger Oszillators. 1 .. 24
Frequency Frequenz der Träger Oszillators. 8.18 .. 12543.86 Hz
Unison Detune Stimmung der Träger-Unison-Stimmen.
Kann erweitert werden.
Kann zwischen relativ (Standard) und absolut umgeschaltet werden.
0 … 100 Cents
0 … 1200 Cents
0 … 16 Hz
0 … 192 Hz
Unison Voices Anzahl der Unison-Stimmen, die vom Träger verwendet werden. 1 = deaktiviert. 1 .. 16
Forward Bias Steuert das Näherungsmodell der Diode 1. 0 .. 100 %
Linear Region Steuert das Näherungsmodell der Diode 1. 0 .. 100 %
Low Cut Low Cut-Element vor der Endstufe. 13.75 .. 25087.71 Hz
High Cut High Cut-Element vor der Endstufe. 13.75 .. 25087.71 Hz
Mix Überblendregelung zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. 0 .. 100 %

1 Für weitere Informationen über das vom Ringmodulator verwendete Diodenmodell, können Sie diesen Beitrag lesen.


Treemonster

Der Treemonster-Effekt ist ein spezialisierter Effekt, der aus Shortcircuit 2, einem Vember Audio-Klassiker, portiert wurde. Treemonster führt einen naiven Tonhöhenerkennungsalgorithmus auf dem Eingangssignal aus, lässt einen Sinusoszillator auf dieser Tonhöhe laufen und moduliert dann das Eingangssignal digital mit dem resultierenden gestimmten Sinus-Oszillator. Das kann ziemlich verrückt werden, vor allem, wenn Sie Tonhöhenverschiebungen auf den erzeugten Oszillator anwenden. Wie die emulierte analoge Ringmodulation in Surge, kann dieser Effekt sehr schnell sehr unharmonisch werden.

Threshold Schwelle oberhalb derer die Tonhöhe des Eingangssignals erkannt wird. 1 .. 24
Speed Übergangsgeschwindigkeit zwischen zwei erkannten Tonhöhen. 0 .. 127 Halbtöne
Low Cut Grenzfrequenz des Hochpassfilters vor der Tonhöhenerkennung auf das Eingangssignal angewendet.
Kann deaktiviert werden.
13.75 .. 25087.71
High Cut Grenzfrequenz des Hochpassfilters vor der Tonhöhenerkennung auf das Eingangssignal angewendet.
Kann deaktiviert werden.
1 .. 16
Pitch Tonhöhenversatz des Träger Oszillators. 0 .. 100 %
Ring Modulation Mischung zwischen dem sauberen Sinus-Träger-Oszillator (links) und dem ringmodulierten Signal (rechts). 0 .. 100 %
Width Stereobreite 0% = mono, 100% = stereo, -100% = reverse stereo -24 .. +24 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. -100 .. +100%


Vocoder

Der Audio-Eingang von Surge wird zur Modulation des Trägersignals in der Eingangsstufe dieses 20-Band-Vocoder-Algorithmus genutzt.

Gain Verstärkungsregler des Modulators -48 .. +48 dB
Gate Bänder unterhalb dieses Pegels werden stummgeschaltet. -96 .. 0 dB
Env Follow Rate der Hüllkurvenverfolgung. 0 .. 100 %
Q Steuert die Steilheit der Filter. -100 .. 100 %
Bands Die Anzahl der Vocoder-Bänder. 4 .. 20
Min Frequency Frequenz des niedrigsten Vocoderbandes, das auf den Träger angewendet wird. Die Bänder werden gleichmäßig in der Tonhöhe zwischen diesem und dem hohen Band verteilt. 55 .. 3520 Hz
Max Frequency Frequenz des höchsten Vocoder-Bandes, das auf den Träger angewendet wird. Die Bänder werden gleichmäßig in der Tonhöhe zwischen diesem und dem Low-Band verteilt. 440 .. 14080 Hz
Input Wählt die Konfiguration der Eingangsquelle aus. Mono Sum, Left Only, Right Only, Stereo
Range Erweitert oder verkleinert den Bereich der Modulatorbänder. -100 .. 100 %
Center Die Modulatorbänder sind standardmäßig auf die Trägerbänder eingestellt, aber dies verkleinert den Modulator, während der gleiche Low/High-Abstand beibehalten wird. -100 .. 100 %


Chorus

4-stufiger Chorus-Algorithmus.

Rate Rate der Modulation,
Kann tempo-synchronisiert werden.
0.008 .. 512 Hz
64 .. 1/1024 Note
Depth Tiefe der Modulation 0 .. 100 %
Time Verzögerungszeit, die als Zentrum verwendet wird. 0 .. 0,125 s
Feedback Menge, die vom Ausgang in den Eingang zurückgeführt wird. -inf .. 0 dB
Low/High-cut EQ-Regler des Chorussignals. 14Hz .. 25kHz
Width Verstärkungsskalierung der Side-Komponente des Wet-Signals. -24 .. 24 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. 0 .. 100 %


Ensemble

Ein Ensemble-Chorus-Effektbasierend auf BBD (Bucket-Brigade-Device) Delay-Lines (mit optionalen Clean-Digital-Delay-Lines).

Die Implementierung des BBD-Chips basiert auf einem 2018 DAFx-Paper von Martin Holters und Julian Parker.

Filter Die Frequenz des vom BBD verwendeten Anti-Aliasing-Filters 14Hz .. 25kHz
Modulation
Freq 1/2
Steuert die Modulationsfrequenz des Chorus 0.01 .. 20 Hz
Modulation
Depth 1/2
Steuert die Modulationstiefe des Chorus 0 .. 100 %
Delay Type Steuert den Typ der Verzögerungsleitung, die für den Chorus-Effekt verwendet wird 128 .. 4096 BBD Stages, Digital
Clock Rate Steuert die Taktrate, die von den BBD-Delays verwendet wird 1,5kHz .. 100kHz
Saturation Steuert eine BBD-ähnliche Sättigung für die Chorus-Delays 0 .. 100 %
Feedback Steuert die Rückkopplung um die Chorus-Delays und erzeugt einen Flanging-Effekt 0 .. 100 %


Flanger

Vielseitiger Flanging-Algorithmus.

Waveform Wellenform der Modulation Sine, Triangle, Sawtooth, Sample & Hold
Rate Rate der Modulation,
Kann temposynchronisiert werden
0.008 .. 512 Hz
64 .. 1/1024 Note
Depth Tiefe der Modulation 0 .. 100%
Count Anzahl der Kammfilter, die für den Flanger-Algorithmus verwendet werden 1.00 .. 4.00
Base Pitch Grenzfrequenz/Tonhöhe des ersten Kammfilters. 0 .. 127 Halbtöne
Spacing Grenzfrequenz-Offset für die anderen Kammfilter. 0 .. 12 Halbtöne
Feedback Erhöht die Flanger-Resonanz. 0 .. 100 %
LF Damping Dämpfung für tiefe Frequenzen. 0 .. 100 %
Mode Verwendeter Modus für den Flanging-Algorithmus Dry Signal + Combs, Combs Only,
Dry Signal + Arpeggiated Combs,
Arpeggiated Combs Only
Width Gain-Skalierung der Side-Komponente des Wet-Signals,
-24 .. +24 dB
 
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. -100 .. +100%


Phaser

Flexibler Phaser mit einstellbarer Anzahl von Stufen.

Waveform Form der Modulation Sinus, Dreieck, Sägezahn,
Noise, Sample & Hold, Rechteck
Rate Rate der Modulation LFO,
Kann temposynchronisiert werden.
Kann deaktiviert werden1.
0.008 .. 512 Hz
64 .. 1/1024 Note
Depth Tiefe der Phaser-Modulation LFO. 0 .. 100 %
Stereo LFO Phasenverhältnis zwischen den Stereokanälen
0% = 0 Grad, 100% = 180 Grad.
0 .. 100 %
Count Anzahl der Stufen 2 .. 16
Spread Abstand zwischen den Stufen. 0 .. 100%
Center Basisfrequenz für die Stufen. -100 .. 100 %
Sharpness Q-Einstellung für die Stufen. -100 .. 100 %
Feedback Feedback des Phasers. -100 .. 100 %
Width Gain-Skalierung der Side-Komponente des Wet-Signals. -24 .. +24 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. 0 .. 100 %

1 Sobald er deaktiviert ist, verhält sich der Parameter Rate wie ein Phasenparameter, der durchlaufen und moduliert werden kann, um manuelle Phasing- und Kammfilter-Effekte zu erzielen.


Rotary Speaker

Algorithmus für den Rotary-Lautsprecher-Simulator.

Horn rate Rate des HF-Horns, das NF-Horn ist ein kleineres Vielfaches dieser Rate,
kann temposynchronisiert werden.
0,008 … 512 Hz
64 .. 1/1024 note
Rotor Rate Rotorrate (Faktor von Horn rate). 0 .. 100 %
Model Waveshaper der für die Verzerrung verwendet wird. Soft, Hard, Asymmetric, Sine, Digital
Drive Verzerrungs-Antriebsbetrag 0 .. 100 %
Doppler Die Stärke der Doppler-Verschiebung, die in der Simulation verwendet wird (Vibrato). 0 .. 100 %
Tremolo Die Stärke der Amplitudenmodulation, die in der Simulation verwendet wird. 0 .. 100 %
Width Verstärkungsskalierung der Side-Komponente des Wet-Signals. -24 .. +24 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. -100 .. +100%


Delay

Der Delay-Algorithmus in Surge ist sehr vielseitig und kann sowohl als Echo/Delay als auch als Chorus eingesetzt werden.

Abbildung 20: Delay-Algorithmus-Blockdiagramm

Abbildung 20: Blockdiagramm des Delay-Algorithmus

An die Delay-Lines ist ein LFO angeschlossen (nicht im Diagramm dargestellt) der die Delay-Lines stereo-verbreitern/verzerren kann.

Channel Routet die beiden Kanäle durch Panning auf die Delay-Einheiten.
Die Verstärkung der Eingangskanäle bleibt unbeeinflusst, es ändert sich nur
ihre Stereolage. (ein Ton, der nur im linken Kanal
gehört wird, ist auch dann noch zu hören, wenn Pan hier auf 100% eingestellt ist, aber nur im rechten Kanal.)
-100 … 100 %
Delay time Left Verzögerungszeit für den linken Kanal.
Kann temposynchronisiert werden.
0 .. 32 s
1/512 .. 16 ganze Noten
Delay time Right Verzögerungszeit für den rechten Kanal.
Kann temposynchronisiert werden.
Kann mit dem linken Kanal verknüpft werden.
0 … 32 s
1/512 … 16 ganze Noten
Feedback Menge, die vom Kanal in den eigenen Eingang eingespeist wird. -inf .. 0 dB
Crossfeed Menge, die vom Kanal auf den Eingang des gegenüberliegenden Kanals gespeist wird. -inf .. 0 dB
Low/High- cut EQ-Regler des verzögerten Signals. 14Hz .. 25kHz
Modulation Rate Rate des Modulations-LFOs (Dreieck). 0,008 .. 512 Hz
64 .. 1/1024 Note
Modulation Depth Indirekte Steuerung der Modulations-LFO-Tiefe.
Der Effekt passt die Tiefe an die hier eingestellte Verstimmung in Cent an.
0 … 200 Cent
Width Gain-Skalierung der Side-Komponente des Wet-Signals. -24 .. 24 dB
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal.
0% = 100% dry, 0% wet
100% = 0% dry, 100% wet
0 .. 100 %


Reverb 1

Der Algorithmus Reverb 1 ist ein klassischer und älter klingender Digitalhall.

Pre-Delay Menge der Verzögerung, die auf das Signal angewendet wird, bevor es der
Hall-Einheit zugeführt wird,
kann temposynchronisiert werden
0 … 32 s
1/512 … 16 ganze Noten
 
Room Shape Wählt zwischen 4 Raumformen, die unterschiedlich klingen,
(bei Änderung dieses Parameters wird das Signal unterbrochen)
0 .. 3  
Size Ändert die scheinbare Größe des simulierten Raums.
(Ändern dieses Parameters unterbricht das Signal)
0 .. 100 %  
Decay Time Die Zeit, die es dauert, bis der Nachhall ausklingt. (-60 dB) 0 .. 64 s  
HF Damping Menge der HF-Dämpfung, die auf das Signal im Hallgerät angewendet wird. 0 .. 100 %  
Low Cut, Peak Freq/Gain, High Cut Equalizer-Regler für den Nachhallbereich.    
Width Gain-Skalierung der Side-Komponente des Nasssignals -24 .. 24 dB  
Mix Überblendregler zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal.   0 .. 100 %


Reverb 2

Der Algorithmus Reverb 2 ist eine zweite Version des ursprünglichen Reverb-Effekts von Surge und verfügt über einen anderen Algorithmus und andere Bedienelemente. Reverb 2 ist natürlicher und enthält weniger digitale Artefakte. Für die meisten Anwendungsfälle klingt Reverb 2 besser als Reverb 1.

Pre-Delay Menge der Verzögerung, die auf das Signal angewendet wird, bevor es in die
Halleinheit geleitet wird,
kann temposynchronisiert werden
0 … 2 s
1/512 … ganze Noten
Room Size Verändert die scheinbare Größe des simulierten Raumes 100 .. 100 %
Decay time Die Zeit, die der Nachhall zum Ausklingen benötigt. (-60 dB) 0 .. 64 s
Diffusion Verändert die Komplexität des Raums und passt damit die Diffusionsmenge an 0 .. 100 %
Buildup Steuert, wie lange der Nachhall braucht, um seine Spitze zu erreichen und wie
“verschmiert” der Effekt in der Zeit ist.
0 .. 100 %
Modulation Menge der Tonhöhenmodulation, die auf den Eingang angewendet wird, um einen üppigeren Klang zu erzielen. 0 .. 100 %
LF/HF Damping Die Stärke der Absorption/Reduktion für tiefe oder hohe Frequenzen 0 .. 100 %
Width Verstärkungsskalierung der Side-Komponente des Wet-Signals -24 .. 24 dB
Mix Überblendregelung zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal 0 .. 100 %


Airwindows

Airwindows Effect ist eine Integration von 53 verschiedenen Effekten von Chris Johnson. Vielen Dank an Airwindows für die Bereitstellung hochwertiger Open-Source-Effekte!

Sie können mehr über diese Effekte hier lesen, und den Code hier einsehen.


Conditioner

Der Conditioner ist ein einfacher EQ, Stereobildregler und Limiter in einer Einheit. Der Limiter wendet Make-up Gain automatisch an.

Conditioner

Bass NF-Anhebung/Absenkung -12 .. +12 dB
Treble HF-Anhebung/Absenkung -12 .. +12 dB
Width Stereobreite. 0% = Mono, 100% = Stereo, -100% = umgekehrtes Stereo -100 .. 100 %
Balance Stereobalance -100 .. 100 %
Threshold Limiter-Schwellwertpegel. -48 .. 0 dB
Attack Limiter-Ansprechrate -100 .. 100 %
Release Limiter-Release-Rate -100 .. 100 %
Output Limiter-Ausgangsabschwächung -48 .. 0 dB



Microtonal Tuning

Surge bietet vollständige Keyboard-Mikrotuning Unterstützung und verwendet eine Implementierung der kompletten Scala SCL- und KBM-Mikrotuning-Formate von Manuel Op de Coul, dem Entwickler der Scala-Anwendung. Scala ist ein Freeware-Programm für die Erstellung und Analyse von historischen, ethnischen und zeitgenössischen Intonationssystemen. Eine leistungsstarke Fähigkeit von Scala ist, dass es Benutzer*innen ermöglicht, die proprietären Daten zu erstellen und zu exportieren, die für das Microtuning einer breiten Palette von Hard- und Software Synthesizern und Samplern benötigt wird.

Hier sind einige externe Links zum Scala herunterladen, Informationen über das Scala-Format und Tastaturbelegung.

Das Scala-Format besteht aus zwei menschenlesbaren Textdateien:

SCL: Die Skalendatei, die Daten für die Grade eines Intonationssystems in Cents oder Ratios enthält.

KBM: Die Tastaturbelegungsdatei, die die Zuordnung der in einer SCL-Datei enthaltenen Skalengrade zu MIDI-Noten auf einem Keyboard-Controller festlegt.


Laden von Scala SCL- und KBM-Dateien

Wie bereits erläutert, bietet Surge zwei Methoden zum Laden von Scala SCL- und KBM-Dateien zum Ändern des zugrunde liegenden Intonationssystems des Instruments:

  1. Über den Menu-Button unten rechts auf der Oberfläche.

  2. Rechtsklick oder Drag-and-Drop von Scala SCL- und KBM-Dateien auf die Schaltfläche tun die sich im Statusbereich befindet.


SCL- und KBM-Abstimmungsdaten anzeigen

Surge verfügt über eine nützliche Analysefunktion zur Anzeige von Informationen über die geladenen Scala SCL- und KBM-Dateien, und wie die Tonhöhen auf MIDI-Noten auf dem Keyboard-Controller abgebildet werden. Um die geladenen Stimmungsdaten aus einer HTML-Datei in einem Browser zu öffnen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Schaltfläche tun Schaltfläche und wählen Sie Show current tuning.

Die exportierte HTML-Seite zeigt dann die in der SCL-Datei enthaltene Stimmungsbeschreibung in der SCL-Datei, die Grade der Skala und die Zuordnung von Tonhöhen zu MIDI-Noten. Unten sehen wir, dass die Bohlen-Pierce-Stimmung mit ihrem 1/1-Startton auf C.60 @ 261.626 Hz gemapped wird.

Um die 1/1-Zuordnung auf eine andere MIDI-Note zu ändern, ziehen Sie eine andere KBM-Datei auf die Surge-Oberfläche und öffnen Sie dann erneut die HTML-Seite mit der Option Show current tuning, um zu sehen, wie sich das Mapping verändert hat.

Unten sehen wir, dass die 1/1 für Bohlen-Pierce jetzt auf die MIDI-Note A.69 @ 440 Hz gemapped ist:

Klicken Sie auf die Links Jump to Raw SCL oder Jump to Raw KBM, um die geladenen SCL- und KBM-Datei Mapping-Daten zu sehen.


Definition von Scala Linear Keyboard Mapping Files (KBM)

“Keyboard-Mappings bestimmen die Zuordnung von Skalengraden zu Tasten auf einem MIDI-Keyboard bzw. MIDI-Notennummern im Allgemeinen”.

Software-Implementierungen des kompletten Scala-Format enthalten sowohl die SCL-Datei: die tatsächlichen Skalengrade eines gegebenen Mikrotunings oder Intonationssystems, als auch die KBM-Datei, die angibt, wie die Tonhöhen des Intonationssystems direkt auf Noten von MIDI-Keyboard-Controllern zugeordnet werden. Beides sind für Menschen lesbare, Text formatierte Dateien.

Während es zwar eine Vielzahl verschiedener Verwendungsmöglichkeiten für die Scala-KBM Dateien gibt, ist die vielleicht wichtigste die so genannte, lineare Tastaturbelegung, die angibt:

  • Key For 1/1 - Die MIDI-Note auf dem Controller, bei der die Skala beginnt: die Stufe 0 des Microtunings. Zum Beispiel könnte dies die MIDI-Note C.60, A.69 oder eine beliebige MIDI-Note, die für das jeweilige musikalische Szenario geeignet ist, sein.

  • Reference Frequency - Die Frequenz (Hz, CPS), die auf die Referenztaste abgebildet wird. Die Frequenz (Hz, CPS), die der Referenztaste zugeordnet wird, z.B. A.69 mit 440 Hz, oder C.60 bei 261,625565 Hz.

  • Reference Key - Die MIDI-Note, auf die die Referenzfrequenz abgebildet wird, die, wie oben, typischerweise C.60 oder A.69 sein kann. Es ist die Kombination aus der Referenztaste und der ihr zugewiesenen Referenzfrequenz, die die gemeinsame Grundtonhöhe und die relative Zuordnung von Frequenzen zu MIDI-Noten im gesamten musikalischen Bereich für jedes Intonationssystem, das einem MIDI-Instrument zugewiesen ist, bestimmt.

Wie wir also sehen, ist eine lineare Tastaturzuordnung “linear” in dem Sinne, dass die Tonhöhen eines Intonationssystems sequentiell über den musikalischen Bereich der MIDI-Noten in Abhängigkeit von den Einstellungen der drei Parameter zugeordnet sind: Key For 1/1, Reference Frequency und Reference Key.

Ein tiefes Verständnis dafür, wie dies funktioniert und warum es wichtig ist für praktisch alle Musikinstrument-Stimmungen, ist grundlegend für die Arbeit mit alternativen Intonationssystemen sowie für die mikrotonale und xenharmonische Musikkomposition, wo hochpräzise Intonation ein häufiges Merkmal und Anforderung ist.

Hier ist ein Beispiel für Linear Keyboard Mapping, das den Key For 1/1 der MIDI-Note C.60 zuordnet, wobei die Referenz Frequenz bei 440 Hz und der Reference Key auf der MIDI-Note 69 liegt:


Beispiel für lineares Mapping

!
! Size of map:
0
! First MIDI note number to retune:
0
! Last MIDI note number to retune:
127
! Middle note where the first entry in the mapping is mapped to:
60
! Reference note for which frequency is given:
69
! Frequency to tune the above note to (floating point e.g. 440.0):
440.000000
! Scale degree to consider as formal octave:
0
! Mapping.


Dies wäre typisch für die Abbildung von Intonationssystemen auf Halberstadt Klaviaturen, wie z.B. die 12-stimmige pythagoräische, verschiedene Formen der mitteltönigen Stimmungen und eine Reihe anderer sogenannter syntonischer Stimmungen, die auf Ketten (oder Zyklen) von Quinten beruhen, bei denen der 1/1-Startton auf C.60 (mittleres C), und der Kammerton auf A.69 @ 440 Hz fallen soll. Mit diesem KBM fallen alle bekannten klassischen diatonischen Modi auf die weißen Tasten des Controllers, wobei die Bässe und Kreuze auf die schwarzen Tasten fallen.

Microtuning ist tief in Surge integriert, da viele seiner Module ihr Verhalten an die geladene benutzerdefinierte Skala anpassen. Sie können diesen Artikel im Surge-Wiki über die Anwendung von Microtuning-Tonhöhenmodulation mit dem Sequenzer lesen.


Anwenden der Stimmung am MIDI-Eingang / nach der Modulation, Menueoptionen

Microtuning ordnet die Tasten des Keyboards den Tonhöhen zu. Bei Vorhandensein von Modulationen ist ihre Bedeutung jedoch nicht eindeutig. Bis zu Version 1.9 ging Surge davon aus, dass Modulationen gestimmt sind. Das bedeutet, dass die Frequenz eines Oszillators aufgelöst wurde, nachdem alle möglichen Modulationen zur Tastaturverschiebung (Pitch Bend, Oktavverschiebungen, etc.) angewendet wurden. Diese Wahl hat eine wirklich positive Konsequenz. Wenn Sie zum Beispiel Pitch-Bend-Range auf 2 Halbtöne eingestellt haben, die MIDI Note 60 (mittleres C) drücken und ganz nach oben biegen, hören Sie genau die gleiche Tonhöhe, die Sie hören würden, wenn Sie die MIDI Note 62 (D) unabhängig von der geladenen Stimmung drücken. Das heißt, die von Ihnen beobachtete Frequenz ist die Stimmung (Key + Modulation).

Dies ist jedoch nicht die einzige Wahl, die Sie treffen können. Es gibt Situationen, in denen Sie wollen, dass die Modulation nicht im Stimmbereich liegt. Wenn Sie z.B. zwei Oszillatoren immer um ein konstantes Frequenzvielfaches distanziert haben wollen und Sie eine Nicht-Standard-Stimmung haben, wäre das mit dem oben erwähnten Standardverhalten schwer zu erreichen. Sie könnten wollen, dass die Stimmung für die Tastatur gelten soll und die Modulation im Halbtonraum und nicht im Tastaturraum erscheinen soll. Das heißt, Sie möchten, dass die Frequenz Ihres Modulators gleich Stimmung (Key) + 12-TET-Frequenzverschiebung (Modulation) sein soll. In diesem Fall ist die Bedingung, dass “Pitch Bend von 2 Halbtönen aufwärts von C die gleiche Frequenz wie D ist” verletzt, aber konstante Frequenzverschiebungen sind möglich. Mit Surge 1.9 führen wir die Möglichkeit ein, die Art wie die Stimmung angewendet wird, zu wählen. Dieses Verhalten wird mit dem Tuning Menü-Schalter Apply tuning at MIDI input ausgewählt. Wenn dies aktiviert ist (was der Voreinstellung entspricht), ist die Modulation auf die geladene Skala gestimmt, und Tonhöhenbeugungen erfolgen im Tonart-Raum. Wenn stattdessen Apply tuning after modulation angekreuzt ist, wird die Stimmung nur auf die Tastatur angewendet und die Modulation erfolgt im 12-TET-Raum. Da sich dadurch grundlegend ändert, wie ein Patch in einem gestimmten Modus spielen würde, wird diese Option auf der Patch-Ebene gespeichert.

Lassen Sie uns also ein Beispiel geben. Stellen Sie sich vor, wir verwenden ED2-6, die gerade Unterteilung der Oktave in 6 Töne mit dem mittleren C, gemapped auf 261 Hz. Wenn Sie das mittlere C spielen, hören Sie 261, wenn Sie das C eine Oktave höher spielen, hören Sie 1044Hz, das C 2 Oktaven höher (da 6 Tasten eine Oktave umfassen). Stellen Sie sich nun vor, dass Sie einen unipolare Rechteckwellen-LFO einrichten und diesen auf die Oszillator-Tonhöhe mit einer Tiefe von 12 Keys anwenden.

In Surge 1.8 und im Standardmodus von Surge 1.9 schwingt die Frequenz beim Drücken des mittleren C zwischen 261 und 1044 Hz - zwischen dem Klang der Taste C bei MIDI Note 60 und dem Klang der Taste C 12 Keys höher. Wenn Sie stattdessen den Schalter “Tuning applies to modulation” wählen und die gleiche Taste drücken, hören Sie die Note zwischen 261 Hz (der von Ihnen gespielten Note) und 522 Hz - der 12 Halbtöne höher gestimmten Note.

Manchmal wollen Sie das und manchmal nicht. Es gibt keine “richtige” Antwort. Deshalb haben wir beide Optionen zu Surge hinzugefügt.

Beachten Sie, dass diese Funktion in der Standard-12-TET Stimmung nichts bewirkt.



Continuous Controller information (CC)

Die acht Makros auf der rechten Seite der Routing-Leiste haben automatisch zugewiesene CCs.

Die Liste ist wie folgt:

Control 1 = CC 41

Control 2 = CC 42

Control 3 = CC 43

Control 4 = CC 44

Control 5 = CC 45

Control 6 = CC 46

Control 7 = CC 47

Control 8 = CC 48



Fragen?

Besuchen Sie gerne den Surge Synth Discord hier, wenn Sie Fragen zu Surge haben, bei der Weiterentwicklung helfen wollen oder wenn Sie auf Bugs oder andere Probleme stoßen.

This project is maintained by the community at the GitHub Surge Synthesizer open source project

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